Die Münchner Feministin Hannelore Mabry legte 1987 im SPIEGEL Wert auf die Feststellung, sie habe eine Gruppe nichtfeministischer Frauen nicht als Arschlöcher, sondern als Arschlöcherinnen bezeichnet. (Wolf Schneider)
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Atheismus, Religion, Esoterik
Und wieder nur wohlfeiler Aktionismus
Der Innenminister fühlte sich durch die öffentliche Meinung gezwungen, “mal was mit Integration zu machen”. Das Resultat ist nicht beeindruckend, denn es macht da weiter, wo der Staat mit all seinen Programmen, Maßnahmen und Methoden schon längst gescheitert ist. Was das Bundesamt für Migration da unter dem Titel “Bundesweites Integrationsprogramm” abliefert, hätte auch in einer AG in den Räumlichkeiten eines UJZ erstellt und formuliert werden können, denn wieder ist es der Staat, der alles richten will und Verantwortung übernimmt. Keiner der Autoren dieses Papiers scheint in seinem Fachgebiet “Migration” wirklich bewandert zu sein, denn ein einfacher Blick über den Teich hätte gezeigt, dass das größte, älteste und erfolgreichste Einwanderungsland der Welt ohne staatliche Fürsorge und Einmischung auskommt und darauf setzt, dass die Einwanderer nicht von oben integriert werden, sondern das selber in die Hand nehmen. Das ist nicht einfach, das bedeutet Mühsal und viel Arbeit, aber im Gegensatz zum deutschen Rundumprogramm mit Sprachkursen, Angeboten und Fördermaßnahmen, funktioniert dieser Weg.
Eben war die nicht stattfindende Integration weiter Teile des muslimischen Einwanderer-Milieus noch ein großes Thema. Der Innenminister und seine treuen Bürohengste haben daraus 190 Seiten butterweich formulierten bürokratischen Irrsinn gemacht, der heute im Kabinett abgesegnet wird und wieder nichts bewirken wird, außer einer Stärkung der Erwartungshaltungen.
Verbraucher sparen mindestens 5 Mrd. € Stromkosten
Diese Regierung ist zu bräsig, ihre eigenen Erfolge zu verkaufen. Durch die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke werden die Strompreise niedriger ausfallen. Denn trotz der vermeintlichen Milliarden-Gewinne, die die Stromkonzerne machen, bleibt das Angebot an Strom höher als ohne Atomkraftwerke. Damit ergibt sich automatisch ein niedriger Preis. Zumal Atomstrom wesentlich billiger ist als regenerative Energie.
Das ist aber zeitgleich das Dilemma, in dem die Politik steckt. Mit der Einspeiseverordnung hat sie weitgehend im Konsens Milliardensummen in Wasser, Luft und Sonnenkraft umgeleitet, die den Verbraucher teuer zu stehen kommen, weil sie völlig unwirtschaftlich und wenig effizient sind.
Volkswirtschaftlich ist die Sache noch schlimmer. Durch die garantierten und nur sehr langsam sinkenden Preise, gibt es faktisch gar keinen Anreiz, den Marktanteil regenerativer Energien durch Forschung und Entwicklung zu erhöhen. Nur so könnten aber die Herstellkosten gesenkt werden und die Sache würde sich irgendwie rechnen.
Die ganze Energiepolitik ist von sachfremder Ideologie durchsetzt, die uns teuer zu stehen kommt.
P.S.: Die fünf Milliarden erklären sich aus der Schätzung der Stadtwerke, die bereits in so unproduktive Energieerzeugung investiert haben und nun entsprechende Mindereinnahmen befürchten. Wahrscheinlich ist die Ersparnis noch viel höher.
GEZilla im Anmarsch
Die Existenz der Zwangsgebühren-Stasi, kurz GEZ, ist aus liberaler Sicht schon schlimm genug, von ihren Methoden ganz zu schweigen. Schnüffelaktionen der “Gebührenbeauftragten”, die einem im Hausflur auflauern, um unverfänglich nach dem Besitz eines Rundfunkempfängers zu fragen, sind dabei genauso an der Tagesordnung wie das Einholen von Adressen bei den Meldebehörden. Selbst tote Dackel sind vor den eifrigen Raubrittern im Auftrag der Staatsmedien nicht sicher. Im Vergleich zu dem, was der Staatsvertrag über die neue Rundfunkgebühr so vorsieht, wirkt das aktuelle System allerdings geradezu harmlos.
Der Gesetzesentwurf beschert uns ein Behördenmonstrum, das aus 1984 entsprungen sein könnte: Die reformierte GEZ, deren Arbeitstitel aktuell „nichtrechtsfähige öffentlich-rechtliche Verwaltungsgemeinschaft betriebene Stelle der öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten“ lautet, wird sich die Zwangsgebühren, die dann pro Haushalt fällig werden, mit Hilfe einiger neuer Befugnisse sehr viel effektiver unter den Nagel reißen können. Ein bundesweites Zentralregister, in dem alle Personen ab 18 Jahren gespeichert werden sollen, wird vollen Zugriff auf die Daten der örtlichen Einwohnermeldeämter haben und bei öffentlichen und nichtöffentlichen Stellen ohne Kenntnis des Betroffenen Informationen erheben dürfen. Wie viele Menschen in einer Wohnung wohnen oder ob in einem Betrieb ein Personalwechsel stattgefunden hat muss bei der Supermeldebehörde angezeigt werden, die die Berechnung der Gebühren von diesen Informationen abhängt. Wohnungsbesitzer sind deswegen auch zu ausführlichen Angaben über ihre Mieter verpflichtet, sonst drohen Zwangsvollstreckungen.
Von der Reform erhofft man sich vor allem noch mehr Knete für Staatsglotze und Co. Gebührenpflichtig wird jeder, der eine Wohnung, einen Betrieb oder ein Auto hat, also potentiell jeder Volljährige. Auch Blinde und Hörbehinderte, die bisher befreit waren, sollen künftig zahlen, um so die “barrierefreien Angebote” der Öffentlich-Rechtlichen zu finanzieren. Eine originelle Auffassung von Sozialverträglichkeit die sich da offenbart. Bereits bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 29. September könnte die Datenkrake mit den Blockwartbefugnissen ins Leben gerufen werden. Immerhin rührt sich bei FDP und Grünen und bei einigen Datenschutzbeauftragten Widerstand gegen die monströsen Pläne. Der Autovermieter Sixt hat schon gedroht, GEZilla notfalls mit einer Verfassungsklage zu Fall zu bringen. Hoffen wir im Namen des Datenschutzes und unserer Privatsphäre, dass es gar nicht erst so weit kommt.
Siehe auch hier, hier und hier.
Veranstaltungshinweis
Die Freunde von Gay West – Nukleus des alten FdoG-Stammtischs - laden zum Freundestreffen am 11. September 2010 ab 17 Uhr ins griechische Restaurant „Nemesis“ , Hauptstr. 154, 10827 Berlin-Schöneberg. Keine Berührungsängste, ich werde auch dort sein. Die Veranstalter bitten Erscheinende um Mitteilung unter gay.west@web.de. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.
Was ist dran an Sarrazins Thesen?
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Ein Pastor, vor dem die Nato zittert
Terry Jones, fundamentalistischer Geistlicher einer Winz-Gemeinde in Florida, hält den Islam für satanisch – und will Korane verbrennen. Die geplante Provokation sorgt international für Aufregung, in Afghanistan zündeten Demonstranten schon sein Konterfei an. Doch der Kirchenmann kennt kein Halten.
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Nur regenerative Energien lösen den Nahost-Konflikt
In den nächsten 10 Jahren müssen deutsche Stromverbraucher etwa 90 Mrd. € mehr für die Subventionierung von Wind- und Wasserkraft ausgeben, als wenn die schnöden Atomkraftwerke weiter betrieben und das ein oder andere neu gebaut würde. Das wäre mir auch am liebsten und ökonomisch sinnvoll. Deshalb ist die Verlängerung der Laufzeiten der bestehenden Werke der richtige Weg. Vielleicht ändert sich bis dahin ja die Stimmungslage oder die Kernfusion ist erforscht. Trotzdem sind regenerative Energien der einzige Weg, den Öl- und Geldfluß zu arabischen Potentaten trocken zu legen. Nur dann sind sie auf die Produktivität der eigenen Bevölkerung angewiesen und das Geld zur Finanzierung von Hamas und Konsorten fehlt.
Israel, das vor allen Dingen als Sündenbock gebraucht wird, hat seine historische Funktion eingebüsst und darf einfach weiter existieren. Zwischen den Anrainerstaaten und dem jüdischen Staat entwickelt sich so ein reger Handel und Ausbau von Ressourcen. Und irgendwann kann Hendryk M. Broder dann mit dem ICE von Tel Aviv nach Teheran düsen, während er an einem guten Glas Rotwein nippt.
Wenn diese Vision allerdings Wirklichkeit werden sollte, müsste die Energiepolitik sich radikal ändern. Statt mit Milliarden ineffiziente und viel zu teure State of the Art Technologie zu bezuschussen und so eine Industrie zu begründen, die ohne Subventionen nicht lebensfähig ist, sollte man das Geld lieber in Forschung und Entwicklung stecken und so den Wirkungsgrad massiv erhöhen. Der Ausbau erfolgt erst dann, wenn das ganze wirklich wettbewerbsfähig ist und nicht aus CO² – Hysterie an den Markt gebracht werden.
Solange gibt es auch andere Lösungen. Brennstoffzellen und Blockheizkraftwerke, effizientere konventionelle Energiegewinnung könnten der Weg ebnen.
Das einzige Problem. Je weniger Öl nachgefragt wird, desto niedriger sein Preis. Und das vermindert wieder die Anreize, in “neue” Energieformen zu investieren.
60.000 Euro jährlich reichen für vollendetes Glück
Geld macht glücklich – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt: Die persönlich empfundene Lebensqualität steigt lediglich bis zu einem Jahresnettoeinkommen von knapp 60.000 Euro, haben US-Forscher herausgefunden. Wer mehr hat, empfindet demnach weder mehr Glück noch weniger Stress.
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Sheng-Fui: Lehrreiche Leere
Die Kunst der Auswahl des richtigen Zeitpunktes besteht meist in der Wahl des passenden Moments.
Ich bin immer ich, und ihr seid immer ihr.
Das Lächeln, das Du aussendest, kehrt nie wieder zu Dir zurück.
Der Geist ist leuchtend, er strahlt, er ist die Erkenntnis selbst.
Ich bin für Gewaltlosigkeit, aber wenn ein Habicht auftaucht, während ich andere Vögel füttere, kann ich mich nicht beherrschen. Dann hole ich mein Luftgewehr.
Ich denke, dass der Sinn des Lebens darin besteht, glücklich zu sein.
Einen Erleuchteten kann man am besten im Dunkeln erkennen.
Das ist eine Bunte Mischung aus Zitaten von Tenzin Gyatso (amtierender Dalai Lama) und von Tse-Tang, dem Älteren, einer fiktiven Figur auf sheng-fui.de. Die von Tse-Tang sind aber lustiger und mindestens genauso weise, wie die vom fernöstlichen “Ozean der Weisheit”, hihi. Satire und Witz sind scharfe und treffende Werkzeuge, um Blödsinn unterhaltsam zu demontieren. Lorenz Meyer schafft es vorzüglich den Eso-, Psycho-, Coaching-Slang zu imitieren und zu überzeichnen. Diese subversive Esoterikkritik ist richtig lustig. Bei uns wird zum Beispiel die Heilsteintherapie so abgearbeitet:
Die Heilsteintherapie (Edelsteintherapie, Therapie mit Heilsteinen oder Kristallen) ist eine in Esoterik und Pseudomedizin verbreitete Methode.
Kristalle und andere Steine gelten in der Esoterik als heilkräftig und gut für das allgemeine Wohlbefinden. Dies gilt auch für die Anwendung von Bernstein. Nahezu in jeder Einkaufszone, auf Flohmärkten und Basaren bieten Händler farbenfrohe und dekorative Minerale und Schmucksteine zum Kauf an. Zu den Abnehmern gehören nicht nur Mineraliensammler, sondern auch Menschen, die, angeregt durch eine Vielzahl von Artikeln und Annoncen in Büchern und Zeitschriften, hinter diesen bunten und häufig bizarren Kristallen eine heilende Wirkung vermuten.
Wissenschaftlich betrachtet stellen Steine oder Minerale den festen Aggregatzustand eines chemischen Elements oder einer Verbindung dar, üblicherweise anorganischer Natur. Ihre Atome besetzen feste Plätze eines regelmäßig aufgebauten so genannten Kristallgitters. Im Wesentlichen bestimmt die chemische Zusammensetzung der Minerale deren Aufbau und chemisch-physikalische Eigenschaften, wie z.B. Löslichkeit, elektrische Leitfähigkeit, Farbigkeit, Magnetismus oder Härte.
und bei Sheng-Fui gibt es eine Serie “Die Heilkraft der Edelsteine” mit von der Alternativszene zu Unrecht ignorierten Mineralien.
Heilkraft der Edelsteine (1): Der Bimsstein:
Wir wollen nun in loser Folge einige weniger bekannte Edelsteine und Halbedelsteine vorstellen und deren ganzheitliche Wirkung auf Physis und Psyche erklären.
Den Anfang unserer kleinen Serie macht der Bimsstein. Dieser bereits alttestamentarisch erwähnte Halbedelstein wird vornehmlich bei Lernblockaden, Merkschwierigkeiten und Konzentrationsschwäche eingesetzt. Beim Auftritt derartiger Beschwerden sollte der Bimsstein so lange an die Schläfe geschlagen werden bis sich die Symptomatik signifikant verbessert.
Bereits Hildegard von Bingen hat sich die Erkenntnisse der Sheng-Fui-Medizin zu Nutze gemacht. Über die Kreuzritter war ihr eine chinesische Schriftrolle zugeleitet worden, welche die Heilkraft des Bimssteins in großer Ausführlichkeit beschrieb. Um 1150 n. Chr. berichtete Hildegard von Bingen in Zusammenhang mit ihren medizinischen Forschungen erstmals von eigenen Lernblockaden und wie sie diesen mit dem Bimsstein beigekommen sei. So hätte sie sich den schwierigen Stoff während einer Klausur im Kloster Disibodenberg regelrecht “eingebimst”.
Der exzessive Gebrauch von typischen Buzzwörtern und jede Menge saulustige Ideen führen beim Stöbern auf der Webseite oder dem Lesen des Buches “Sheng Fui: Erfülltes Leben dank fernöstlicher Leere” zu jeder Menge Spaß.
Das Büchlein ist ein prima Geschenk, bei dem man nicht viel falsch machen kann, weil diese subversive und humorvolle Persiflage des Esoblödsinns nicht so leicht auf Ablehnung stößt, wie klassisches Debunking. Der Autor hat uns außerdem glaubhaft versichert, dass dieses Buch völlig ohne Tierversuche entstanden ist.
Petraeus warnt vor weltweiten Muslim-Protesten
Eine evangelikale Splittergruppe in den USA will Koran-Exemplare verbrennen, um „radikale Elemente des Islam“ anzuprangern – der Protest dagegen ist gewaltig. Wütende Muslime demonstrieren, jetzt schaltet sich US-Kommandeur Petraeus ein: Die geplante Aktion könne das Leben von Soldaten gefährden.
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Ist doch alles in Ordnung
In Sachen Meinungsfreiheit müssen wir uns in der BRDDR keine Sorgen machen, weiß die ZEIT. Sarrazin soll sich mal nicht so haben, der hat schließlich von diesem Recht Gebrauch gemacht und dabei sogar provoziert. Selber schuld. Außerdem würde die Debatte um sein neues Buch “ohne Risiko für alle Beteiligten” geführt. Dass man wegen unliebsamer Ansichten seinen Job verliert und Polizeischutz braucht gehört dann wohl zum normalen Lebensrisiko.
Richtig schlimm ist hingegen “die Paranoia eines Bevölkerungsteils”, der jetzt wegen des Kampagnenjournalismus der linksdominierten Presse mosert, obwohl “der Missmut darüber Kommentarspalten, Leserbriefseiten und Internetforen füllt und füllen darf”. Wie großzügig von unserer freien Presse, dass sie es dem gemeinen Leser trotz seinem Hang zur Geisteskrankheit gestatten, auch mal seine Meinung zu sagen. Wobei der erste Kommentar unter besagtem Artikel in großen Teilen gelöscht wurde.
Dann erfahren wir, was der Unterschied zwischen unserer deutschen demokratischen Republik und einer Diktatur ist:
Es ist eine Sache zu streiten, ob Sarrazin aus der SPD ausgeschlossen oder von der Bundesbank entlassen werden darf. Eine andere ist es aber, ob er aus der Gesellschaft gedrängt und geächtet wird. Davon kann keine Rede sein.
Als ob Entlassungen und Parteiausschlüsse wegen abweichender Meinungen nicht gerade ein Kennzeichen von Diktaturen wären. Als ob es nicht besorgniserregend wäre, wenn die Frau Bundeskanzlerin sich nicht zu schade ist, mit harscher Kritik an einem Buch das sie nicht gelesen hat die “unabhängige” Bundesbank unter Druck zu setzen. Als ob es nicht problematisch wäre, dass der Bundespräsident, der über die Amtsenthebung Sarrazins zu entscheiden hat, der Bundesbank genau diesen Schritt nahe gelegt hatte.
Die linksdeutschen Qualitätsmedien mokieren sich angesichts dieser Vorgänge trotzdem lieber über die “Schreihälse der Meinungsfreiheit”, als zu erkennen, dass dieses Recht, das zu ihrer Geschäftsgrundlage gehört, nur dann gilt, wenn es für alle gilt. Auch für einen Sarrazin.
Integrationsverweigerer Deutschland
In der unterirdischen Debatte um Sarrazins Buch spiegelt sich alles, was in Deutschland beim Thema Integration falsch läuft. Alle reden über ein Buch, das kaum einer gelesen hat, sogar die Kanzlerin und der Bundespräsident haben sich eingeschaltet, und doch geht das meiste, was da geschrieben und gesprochen und häufig auch geschrien wird am Kern des Problems vorbei. Denn es sind keineswegs nur die deutschen Muslime, die ein Integrationsproblem haben, Deutschland selbst ist nicht integriert. Wir sind nur nominell eine Teil des Westens. Gefühlsmäßig ist die Mehrheit der deutschen Gesellschaft nie im freien Teil der Welt angekommen (siehe auch hier). Das aktuelle Hauen- und Stechen bestätigt das wiederholten Male und folgt dabei denselben Bahnen, in denen „Integrationsdebatten“ in diesem Lande zu verlaufen pflegen.
Auf der einen Seite positioniert sich die Linke. Berufsbetroffenen aus Politik und Medien, denen dauerbeleidigte Migrantenvertreter ohne Mandat sekundieren, beten ihr Multi-Bekenntnis herunter und beklagen die schlimme Fremdenfeindlichkeit all derer, die es wagen Widerspruch zu erheben. Die Linken sind unbestritten die gesellschaftliche Gruppe, die sich am intensivsten um Zuwanderer kümmerte, auch als diese noch „Gastarbeiter“ hießen. Die Integration ihrer Schützlinge hat das allerdings nicht gefördert, im Gegenteil. Schließlich ging es oft genug eher darum, die edlen Wilden vor der verderblicher Assimilation in unsere „kapitalistische“ und „materialistische“ Gesellschaft zu bewahren. Zwar brechen Linke laut eigenen Aussagen für ihr Leben gerne “Herrschaftstrukturen” auf, aber die Terrorherrschaft prügelnder Patriarchen über ganze Clans türkischer und arabischer Provenienz ist keine Thema für die Ritter von der antiimperialistischen Gestalt. Zwar ist kein “Negerkuss” oder „Mohrenkopf“ vor dem politisch korrekten Furor der Antifa-Sturmtrupps sicher, aber der glühende Antisemitismus und fanatische Nationalismus der grauen Wölfe oder der Hamas-Anhängerschaft wird bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls ist er als Multikulti-Mantel für die eigenen Faschismen hoch willkommen. Hauptsache es geht gegen den großen und den kleinen Satan. Die Linke, die sich selbst für emanzipatorisch hält, ist in Wirklichkeit zu tiefst reaktionär und in anti-freiheitlichen Denkmustern verfangen. Westliche Werte sind in solchen Kreisen nur eine kulturimperialistisches Lüge, Menschenrechte nur ein islamophobes Konstrukt, und das Beharren auf der Freiheit jedes Individuums eine kulturunsensible Zumutung.
Auf der anderen Seite preschen die Herrenreiter des deutschen Leitkultur-Ordens heran, die ihre Bratwurst keinesfalls durch einen Döner ersetzen wollen. Die konservativen Kreuzritter sorgen sich um unserer christliche Zivilisation und entwerfen schrille Untergangszenarien für das Abendland, die in einem Poppocaust am deutschen Volk kulminieren, ausgeführt durch mohammedanische Gebärmuttermärtyrerinnen, die mit ihrer Brutwut den blonden Michelsprösslingen den Lebensraum nehmen. Sarrazins sozialdarwinistisches Gen-Geraune trifft nicht von ungefähr einen Nerv bei den Blut- und Bodenturnvätern der deutschen Konservativen. Man fürchtet die Überfremdung durch die Barabaren und damit das Ende Deutschlands. Solche Ideen können sich nur breit machen, weil die Werte der freien Welt ganz offensichtlich nicht das sind, was man in diesen Kreisen für das höchste Gut unserer Gesellschaft hält. Stattdessen rekurriert man auf den schwammigen Begriff der „Leitkultur“, den man zwar nicht definieren, der aber den Vorteil hat, dass Integration in eine Kultur fast unmöglich ist. Eigentlich sollen die Fremden Fremde bleiben, da ist man sich mit den Linken ganz einig.
Das Grundproblem ist, dass deutsche Konservative und Linke, und damit ein Großteil der Gesellschaft, dem westlichen Zivilisationsmodell skeptisch gegenüberstehen und daher gar nicht für seine Werte werben können. Die einen wollen nicht, dass Migrantinnen und Migranten mit muslimischem Hintergrund die Freiheit des Individuums jenseits von Umma und Sippe entdecken, die anderen kommen gar nicht erst auf den Gedanken, dass die Nachkommen der „Fremdarbeiter“ unsere Normen als die ihre annehmen und zu guten Bürgern einer rechtsstaatlichen Demokratie werden könnten. Daher ist es keine Wunder, dass es in Deutschland nur wenige Menschen gibt, die versuchen muslimische Zuwanderer für die Vorzüge der offenen Gesellschaft zu erwärmen und ihnen Wege aus der kulturell verschuldeten Unmündigkeit aufzeigen. Wenn man sich näher mit (ex-)muslimischen Migranten und Migrantinnen unterhält, die sich aus voller Überzeugung westlichen Lebensmodellen zugewandt und dafür häufig auch persönliche Opfer gebracht haben, dann wird man oft mit Frust konfrontiert, wenn es um die Reaktion der deutschen Umwelt geht: Ärger auf die Linken, die solche Lebenswege als überangepasste Assimilation an unsere verachtenswerte Kultur tadeln, Wut auf die Konservativen, die ob des fehlenden Stallgeruchs immer die Nase rümpfen werden, egal wie viel leitkulturwürdiges Bildungsbürgertumwissen man anhäuft.
Wenn Integration funktionieren soll, dann müssen die Menschen, die als Zuwanderer hier herkommen, nicht nur Deutsche werden, sondern freie Bürger eines freien Landes. So lange sich die deutsche Mehrheitsgesellschaft aber nicht klar und entschieden dazu bekennt, Teil der westlichen Zivilisation zu sein, können wir muslimischen Zuwanderern wenig anbieten, für das es den Bruch mit rückwärtsgewandten Lebensentwürfen lohnt. Viele dieser Migranten haben eine starke Bindung an ihr alternatives kulturelles Modell, das seine Grundsätze und den Glauben an die eigene Überlegenheit ohne wenn und aber artikuliert. Wenn wir wollen, dass aus Kopftuchmädchen und Ghetto-Jungs freie Menschen jenseits von Sippe und Moschee werden, dann müssen wir uns offen zu den Grundlagen unseres Erfolges seit 1949 bekennen, und die liegen auf der politischen Ebene in der Übernahme der rechtsstaatlichen Demokratie und dem klaren Bekenntnis zu Menschenrechten und einer offenen Gesellschaft. Die typisch deutsche Leitkultur der antiwestlichen und antizivilisatorischen Rassentiments, die das Ende des NS-Faschismus und den Sturz der SED-Diktatur in vielen Köpfen überlebt hat, gehört endlich auf den Müllhaufen der Geschichte. Wir müssen lernen, uns jenseits von kulturrelativistischem Internationalismus und miefigem Chauvinismus zu definieren. Wie brauchen weder Kultursensibilität noch Leitkultur, wie brauchen eine Integrationspolitik im Namen der Freiheit.
Und der Darwin Award geht an….
die Israelkritiker!
Israelischen Forschern gelingt Durchbruch in der AIDS-Forschung
Israeli breakthrough: Nano-vehicle targets cancer cells
Ein paar Bilder sagen oft mehr als viele Forschungsbeiträge.
Flashmob in Rishon Lezion
Flashmob in Gaza
Manchmal tun mir Antizionisten fast ein bisschen leid.
Wenn Kirsten Heisig noch leben würde
Mit der Neuerscheinung ging die Kritik ausgesprochen gemässigt um. Die Jugendrichterin Kerstin Heisig hatte unter dem Titel ” Das Ende der Geduld” drastisch anhand von Beispielen beschrieben, was faul ist im Staate. Eine kleine Gruppe krimineller und gewaltbereiter Jugendlicher, von denen die meisten einen “Migrationshintergrund” haben, stellt das staatliche Gewaltmonopol in Frage und kommt in der Regel damit durch. Zwischen ihren Raubzügen und kriminellen Taten werden sie und ihre Klans von Job-Centern betreut und erhalten im Gegenzug für regelmässiges Erscheinen ebendort Hartz IV. Kirsten Heisig nahm sich vor Erscheinen dieses Buches das Leben und entging so den Kritikern, die sie sonst wegen unlauterer Verallgemeinerung gegeißelt hätten.
Der Gedanke kam mir gestern, als ich wieder einmal bei Anne Will reinschaute, obwohl es schon wieder um Thilo Sarrazin ging. Das Thema wird überall ausreichend abgehandelt, auch hier, und die Aufmerksamkeit der veröffentlichten Meinung steht nicht im Verhältnis mit dem Gewicht der Hypothesen, die er verbreitet.
Aber gestern wurden die Hypothesen und Beispiele, die die verschämt “verstorben” genannte Heisig definiert hatte, eingeblendet und es wurde jedermann offenbar, dass ihre aus der täglichen Praxis entstandene Erkenntnis sich vom Ergebnis der statistischen Analyse Sarrazins nicht unterscheidet.
Gott sei dank wurde sie nicht so angegriffen wie Sarrazin. Aber zeitlebens hatte sie mit Widerständen und Unterstellungen zu kämpfen. Wie wäre ihr Buch wohl aufgenommen worden, wenn sie sich der Kritik nicht durch Selbstmord entzogen hätte?
Wenn Statistik auf´s Establishment trifft
18 Prozent würden eine Protestpartei wählen, wenn Thilo Sarrazin an ihrer Spitze stünde. Das entlarvt nicht nur die Illusion der rot-grünen Mehrheit in der repräsentativen Demoskopie sondern eine andere Tatsache: Die Unzufriedenheit mit dem Establishment steigt.
Es gab vor nicht allzu langer Zeit eine Debatte, ob man etwa als Blogger ein Pseudonym benutzen dürfe. Für die Mehrheit der Autoren dieses Blogs weiß ich, dass bei Bekanntwerden der hier geposteten Meinung die bürgerliche Existenz zumindest in Frage gestellt wäre, weil man sich schnell einen neuen Job suchen müsste.
Denn anders als postuliert ist es mit der Meinungsfreiheit nicht weit her. Wer gegen den Klimawandel oder für die “Exzesse der Märkte” argumentiert, steht schnell ausserhalb der Gesellschaft als er denkt, weil der ein oder andere fadenscheinige Grund dafür sorgt, dass die Karriere beendet oder der Job verloren ist.
Das gilt auch für den Privatmann Thilo Sarrazin zu, der einer Institution vorsteht, die ihre wesentliche Funktion seit neun Jahren verloren hat: der Bundesbank. Sie führt seit Verlust der Währungshoheit ein seltsames Eigenleben und ist wie jede Organisation, die ihre eigene Funktion verloren hat, damit beschäftigt, ihre eigene Legitimation zu verteidigen, die sich eigentlich erledigt hat. Sie kann einen Freigeist wie Sarrazin in ihren Reihen ohne weiteres vertragen, nicht nur weil ihre “internationale” Bedeutung mittlerweile gen Null tendiert. Ihre verbliebenen Hauptaufgaben, die mit der BaFin geteilte Bankenaufsicht und die Geldversorgung der Bevölkerung mit Euro-Scheinen und Münzen rechtfertigt kaum den erhaltenen Apparat.
Sarrazins Buch ist offensichtlich der Versuch, das Bildungsbürgertum zu verteidigen. Die von ihm gepflegten Hypothesen sind dort nach meiner Einschätzung weit verbreitet. Man bleibt gerne unter sich, lässt seine Kinder taufen und konfirmieren (oder schickt sie zur Kommunion), ohne alltäglich zur Kirche zu gehen. Man liest noch eine Tageszeitung und beklagt die mangelnde Bildung der eigenen Kinder, obwohl man sie selbstverständlich auf´s Gymnasium schickt, das Bildungssymbol dieser gesellschaftlichen Schicht. Abstammung und Herkunft sind dort zwei Seiten einer Medaille. Sarrazin hat nicht mehr und nicht weniger auf den Punkt gebracht als die Vorurteile und Ängste seiner eigenen “Klasse”, die um ihren Untergang fürchtet, nicht nur wegen Migranten und Hartz IV – Empfängern, sondern weil jedermann so leicht gewahr wird, dass die Staatsschulden zu hoch, die sozialen Systeme zu niedrig und die eigene Belastung mit Steuern und Sozialabgaben mittlerweile so hoch ist, dass man sich den Kauf des Opel Zafira nur mit einem Vorschuß aus dem Erbe der Eltern leisten kann, die noch die Chance hatten, sich ein kleines Vermögen anzusparen und heute eine üppige Rente beziehen, die ihnen eine hohe Lebensqualität beschert.
Das politische Establishment hat nach der letzten Bundestagswahl die letzte Chance vertan und ihre Glaubwürdigkeit für das Bürgertum weitgehend eingebüsst. In Hamburg und Berlin werden weiterhin Autos angezündet (nicht nur Porsches und SUV´s sondern auch VW Passat und Toyota Prius), in der U-Bahn haben die Kinder schon öfter die Erfahrung gemacht, mit pöbelnden jugendlichen Gewalttätern konfrontiert zu werden. Mit der Griechenland-Hilfe und dem Euro-Rettungsschirm hat die Politik geltendes Europarecht gebrochen. Als Bundespräsidenten wählte man den Schwiegersohn der Nation, der mittlerweile seine mangelnde moralische Reife ausreichend unter Beweis gestellt hat, statt eines Kandidaten mit eindrucksvoller Lebensleistung und moralischer Integrität. Die Steuern sinken nicht sondern auch die Abgaben steigen, die man als “Sparpaket” verbrämt, aber auch die Staatsverschuldung wird nicht weniger. Auch die öffentliche Hinrichtung Guido Westerwelles wegen der Hartz IV Diskussion wurde nicht goutieert, auch wenn es den Demoskopen gelang, das Unbehagen des links geprägten Establishments in Umfragen umzumünzen. Das Bürgertum ist erschreckt vom Krebsgeschwür “Sozialstaat”, das ihnen das Geld zum atmen und die Luft zum Leben lässt und das sie mit ihrem eigenen Geld bezahlen sollen.
“Der Politiker hat sich vom Gegenstand seiner Entscheidung so weit entfernt, dass er ihn nicht mehr erkennt” hat ein Geschäftsfreund unlängst festgestellt. Das bringt es so ziemlich auf den Punkt.
Das Rumgeeiere der Kanzlerin in der letzten Woche zeigt, dass ihr vorauseilender Populismus und Interventionismus im Taktschlag der Demoskopie nicht von der Wahrnehmung von Realität geprägt ist.
Sarrazin Beschreibung der Zustände wird von den meisten als völlig zutreffend wahrgenommen. Seine Schlüsse darasu sind sicherlich nicht in allen Punkten richtig. Seine Dämonisierung ist ein wiederkehrendes Ereignis, dass persönlich diskreditiert, weil man das Ergebnis der Diskussion fürchtet und seine Achtundsechziger-Wohlfühl-Multikulti-Gesellschaftslüge nicht länger pflegen kann.







