Israel

Koran verbrennen? Alter Hut!

Freunde der offenen Gesellschaft - Do, 09/09/2010 - 6:04pm

Und für die höchst besorgte EKD die Bibel gleich dazu…


Ungleiche „Partner“

Spirit of Entebbe - Do, 09/09/2010 - 4:21pm

Jetzt reden sie wieder. Und dabei wird es auch bleiben, denn die Palästinenserführung hat bereits klargemacht, dass sie weiterhin nicht daran denkt, sich auch nur einen Millimeter vorwärts zu bewegen. Asymmetrische Verhandlungen gewissermaßen, die nicht überraschen, wenn man gewisse grundsätzliche Diskrepanzen bedenkt.

Moderate Israeli

Moderate Palästinenser

Happening in Tel Aviv

Happening in Gaza

Prozionistische Demonstranten

Antizionistische Demonstranten

Ausstellung in Jerusalem

Ausstellung in Nablus

Heiligste Stätte der Juden

Heiligste Stätte der Muslime

Held für Israelis

Held für Palästinenser

Begräbnis in Israel

Begräbnis in Palästina

Strandnixen in Tel Aviv

Strandnixen in Gaza

Politische Karikatur in einer israelischen Zeitung

Politische Karikatur in einer palästinensischen Zeitung

Das macht man in Israel mit Extremisten

Das macht man in Arabien mit Extremisten

Ärsche in Israel

Ärsche in Palästina


Kategorien: Israel

Unter Artenschutz

Lizas Welt - Do, 09/09/2010 - 3:43pm

Was wird geschehen, wenn Terry Jones übermorgen – am neunten Jahrestag von Nine-Eleven – tatsächlich ein Exemplar des Korans in Flammen aufgehen lässt? Wird er damit den oft und viel beschworenen Flächenbrand im Nahen Osten auslösen? Werden Muslime in aller Welt mal wieder zum Djihad gegen den „großen Satan“ aufrufen? Und warum ist eigentlich immer nur davon die Rede, dass der Islam respektiert werden müsse, nie aber davon, wie es um den Respekt des Islams und der islamisch dominierten Staaten vor anderen Religionen (oder auch dem Atheismus) bestellt ist? Stefan Frank rückt in einem weiteren Gastbeitrag für Lizas Welt die Verhältnisse zurecht.


VON STEFAN FRANK*


„Der Pastor, vor dem die Nato zittert“, lautete der Titel eines Artikels auf Spiegel Online, bevor er durch die feinsinnigere Überschrift „Der Pastor, der mit dem Feuer spielt“ ersetzt wurde. Gemeint ist Pfarrer Terry Jones aus Florida, der einer Gemeinde angehört, die manche als fromm, evangelikal oder streng-religiös, andere als fundamentalistisch oder radikal bezeichnen würden. Warum aber muss das mächtigste Militärbündnis der Welt vor ihm Angst haben? Hat er Material für den Bau einer Atombombe und droht mit der Vernichtung eines ganzen Staates? Nein, nur ein Buch will er verbrennen. Dies aber, fürchten manche, könne zu gewaltsamen Protesten führen, die Menschenleben kosten könnten. Das muss wohl ein ganz besonderes Buch sein, wenn sein Vorhaben solche Wellen schlägt. Um welches mag es sich handeln? Das kann ja nur der Koran sein, nicht wahr? Am 11. September soll das Autodafé stattfinden. Aber um den Termin geht es nicht, es geht um das Buch.

US-Außenministerin Clinton nennt das Vorhaben „respektlos und schändlich“, David Petraeus, Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Afghanistan, warnt, die Aktion könne seine Soldaten gefährden. Spiegel Online-Reporter Yassin Musharbash spricht von einem „kalkulierten Akt der Provokation. Man könnte auch sagen: des Hasses.“ Angenommen, Musharbash hat recht. Wieso muss die Nato deshalb zittern? Provokationen sind nicht grundsätzlich verboten. Zu provozieren ist heute der Traum jedes Theaterregisseurs – und die Zuschauer zahlen erstaunlicherweise sogar dafür. Auch Hass ist erlaubt. Etliche Menschen, deren Lebensziel und -werk einzig und allein das Schüren von Hass ist, sind dafür mit Friedens- und Menschenrechtspreisen oder auch dem Bundesverdienstkreuz belohnt worden. Aber wenn es um den Islam geht, ist alles anders. Er steht unter strengerem Artenschutz als der Alpenstrandläufer, der Schwarzstirnwürger oder der Mornellregenpfeifer. Ja, man kann sogar sagen, er wird noch besser geschützt als die Sumpfohreule, die Raubseeschwalbe oder die Zwergdommel. Ganz zu schweigen von der Uferschnepfe und dem Tüpfelsumpfhuhn. Dabei ist der Islam noch nicht einmal besonders selten.

Gewiss: Bücherverbrennungen sind widerwärtig und barbarisch, unabhängig von der literarischen oder sonstigen Qualität des fraglichen Werks. Doch der Pressehype zeigt einmal mehr die Bigotterie, die am Werk ist, wenn es um den Respekt vor anderen Religionen geht. Es ist das eine, wenn Petraeus sich Sorgen macht, dass Menschen versehrt oder getötet werden könnten (wozu er ja durchaus Gründe hat). Etwas ganz anderes ist es, wenn Terry Jones von Journalisten, Politikern oder Kirchenführern getadelt wird, die, wenn es um Respekt und Islam geht, immer nur daran denken, dass der Islam respektiert werden müsse – nie aber daran, wie es um den Respekt des Islams und der islamisch dominierten Staaten vor anderen Religionen (oder auch dem Atheismus) bestellt ist.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), seit Jahrhunderten die Trutzburg der Heuchelei, hat gar eine Presseerklärung abgegeben. Heiliger Strohsack! Hat sie wirklich keine anderen Probleme? Wann hat sich die EKD das letzte Mal um ihre Glaubensbrüder, die in islamischen Ländern drangsalierten Christen gekümmert? Länder, in denen nicht bloß Bücher, sondern Menschen Opfer religiös motivierter Gewalt werden oder in permanenter Angst vor ihr leben müssen: Sei es im Gazastreifen, in Saudi-Arabien, in Ägypten, in Pakistan, in der Türkei oder auf den Malediven, dem „Urlaubsparadies“. All die Empörten und Entrüsteten möchte man fragen: Wo war ihre Empörung und Entrüstung, als US-Soldaten in Afghanistan auf Befehl von oben Bibeln verbrannten – aus Angst, wie es heißt, dass deren Existenz in dem Land „zu Gewalt führen könnte“.

Merkt jemand was? In dem einen Fall darf man ein als heilig geltendes Buch nicht verbrennen, um die „muslimische Welt“ nicht zu provozieren, im anderen Fall muss man es. Damit ist ersichtlich, dass es nicht um ein Prinzip geht (die mögliche Verletzung religiöser Gefühle), sondern allein um Macht, die Macht der islamischen Eiferer. Aber wer glaubt, dass es reicht, dieses oder jenes zu tun oder zu unterlassen, um sie zu befrieden, der spinnt. Das ist, als würde man die Fußballspieler oder den Schiedsrichter für Hooliganrandale nach dem Spiel verantwortlich machen. Hooligans sind aber immer wütend und gewalttätig. Wer versucht, sie zu beschwichtigen, indem er ihnen vorauseilenden Gehorsam erweist, bestärkt sie in ihrem Tun: Er zeigt ihnen nur, dass sich ihr Verhalten auf eine für sie kalkulierbare Weise auszahlt.

Was wäre, wenn die islamischen Länder moderne, zivilisierte Gesellschaften hätten? Auch dann gäbe es gewiss Protest gegen eine öffentlich angekündigte Koranverbrennung – aber er hätte eher die Form von friedlichen Demonstrationen, mehr oder weniger polemischen Zeitungsartikeln, Leserbriefen, satirischen YouTube-Clips usw. Niemand würde den Ausbruch von Gewalt fürchten – oder ihn gar für unvermeidlich halten.

Doch wer marodiert, hat Recht, scheint die Devise zu lauten. Denn es gelten die Regeln der so genannten Mediengesellschaft. Warum ist die geplante Verbrennung einiger Exemplare des Korans eine Meldung, die sofort um die Welt geht, die Missachtung der Rechte Andersgläubiger in islamischen Ländern – bis hin zu ihrer Ermordung – aber so gut wie nie ein Nachrichtenthema? Aus zwei Gründen: erstens, weil das eine nur sehr selten passiert, das andere jeden Tag. Die Presse interessiert sich mehr für eine außergewöhnliche Kleinigkeit als für den täglichen Wahnsinn. Zweitens, weil es auf der Welt nur wenige Christen oder Mitglieder anderer in islamischen Ländern verfolgten Glaubensgemeinschaften gibt, die auf ihre Unterdrückung oder die Schmähung ihrer Religion – sei es durch Bibelverbrennungen oder durch Flüche, wie sie jeden Freitag in Moscheen überall auf der Welt gegen die „Ungläubigen“ ausgestoßen werden – mit Gewalt reagieren würden. Das ist undenkbar.

Dieser Pazifismus rentiert sich aber für sie überhaupt nicht: In unserer Welt ist es nicht die Sache der objektiv am meisten Unterdrückten und Leidenden, die es am meisten wert ist, unser Verständnis und unser Mitgefühl zu gewinnen – es ist die Sache derer, die am herrischsten auftreten und die größte Zahl von Menschen umbringen. Die Medien stellen dabei die beabsichtigte Wirkung erst her: Ohne Fernsehen, Radio und Zeitungen würden sich Bombenanschläge nicht lohnen. Die Journalisten sind die unfreiwilligen Komplizen des Terrorismus, sie machen ihn erst attraktiv. Doch statt diese kaum zu bestreitende Tatsache zu reflektieren, machen sich manche von ihnen gar zu inoffiziellen Pressesprechern der Terroristen, indem sie sich strebend bemühen, irgendwelche anderen hinter dem islamischen Terrorismus steckenden Motive zu finden, andere als die wahren, offensichtlichen, immer wieder von ihnen selbst erklärten und ganz und gar verabscheuungswürdigen. Es ist immer wieder der gleiche Gestus: „Schaut auf diese Menschen, wie sie uns verfluchen, Gebäude anzünden, sich bewaffnen und morden. Was mag man den Armen nur getan haben, das sie so zornig macht?“ Gedanken von Leuten, die sich täglich den Kopf darüber zerbrechen, wie man denen, die uns umbringen wollen, am besten eine Brücke bauen könnte.

Bevor die Bauarbeiten beginnen, müsste man den Damen und Herren Islamisten erst einmal etwas erklären, nämlich das Prinzip des free speech. Vielleicht kennen sie das gar nicht? Vielleicht beruhen ja all die Scherereien, die wir mit dem Islamismus haben, auf einem Missverständnis? Niemand kann schließlich alles wissen, nicht wahr? Wer weiß, womöglich hat man in Kairo und Karatschi noch nichts davon gehört, dass es in den USA seit nunmehr 219 Jahren ein garantiertes Recht auf Redefreiheit gibt. Dass man dort also keine Genehmigung von der Obrigkeit einzuholen braucht, wenn man seine Meinung äußern möchte – und der Staat folglich auch nicht für das Handeln seiner Bürger haftbar gemacht werden kann. Wenn die Kommentatorin von tagesschau.de Recht hat und Jones tatsächlich „im Ausland als Symbol für amerikanischen Anti-Islamismus präsentiert“ wird, dann muss man „dem Ausland“ sagen, dass in den USA auch Islamisten demonstrieren und im Internet zum Hass auf Amerika aufrufen dürfen. Sind die USA deshalb islamistisch? Oder sind sie antichristlich, weil es dort Satanisten und Black-Metal-Konzerte gibt? Und wenn Anarchisten in San Francisco Stars-and-Stripes-Fahnen verbrennen – ist das dann nicht ein Symbol des amerikanischen Antiamerikanismus? Zu verrückt, diese Idee? Wenn es um den Islam geht, ist das anders, dann gilt: mitgefangen, mitgehangen.

Vielleicht wird es wirklich überall auf der Welt Ausschreitungen geben, wenn Terry Jones am 11. September seine Korane verbrennt. Aber ist das seine Schuld? Sind für Gewalt nicht diejenigen verantwortlich, die sie anwenden?

Wir kennen die Bilder von Horden junger Männer, die Nachrichtensprecher in einer anderen Zeit und an einem anderen Ort als „Halbstarke“ bezeichnet hätten. Kann man mit ihnen reden? Will man das? Viele sind unverbesserliche Antisemiten und Djihadisten, mit denen zu diskutieren keinen größeren Erfolg verspricht als der Versuch, einen Veganer von guter Küche zu überzeugen. Andererseits: Wenn wir an das Gute im Menschen glauben – wie schwer das auch immer sein mag –, warum sollten wir dann nicht zugestehen, dass es auch in einem tobenden Mob ein paar Menschen geben mag, die nur durch widrige Umstände in schlechte Gesellschaft geraten sind? Die die Prinzipien von Religions- und Meinungsfreiheit verstehen und gutheißen würden, wenn sie ihnen jemand erklärte?

Das müsste man dann aber auch tun. Wo bleibt der „Dialog“, der seit über 30 Jahren eingefordert wird? Warum findet er nicht statt? Die Antwort ist simpel: Es ist schwierig, einen Dialog mit jemandem zu führen, der sich die Ohren zuhält. Es müsste ja auch ein Dialog sein, der nicht auf der Prämisse aufbaut, dass Menschenrechte Ansichtssache seien und der Djihadist vielleicht auch gute Argumente haben könnte. Altenpfleger lernen in ihrer Ausbildung die validierende Gesprächsführung. Die würde man aber wohl kaum in der Drogentherapie anwenden: dem Heroinabhängigen sagen, er solle ruhig weiter spritzen, eigentlich sei das gar nicht so schlimm, die Vorurteile gegenüber Heroin („Toxophobie“) seien das eigentliche Problem.

Der „Dialog mit der islamischen Welt“ müsste darin bestehen, die gute Nachricht zu verbreiten, dass nicht religiöse Diktaturen, sondern nur säkulare Gesellschaften zum Glück führen, und ein Leben ohne Djihad ein besseres ist. Es wäre ein Krieg der Ideen. Er findet auch schon statt, wird aber bislang nur von der anderen Seite geführt, mit dem bekannten Ergebnis: Dort, wo man Lesen und Schreiben nicht in einer staatlichen Schule beigebracht bekommt, sondern nur in einer Madrasa oder gar nicht, gedeiht eine Einstellung, auf die das Wort „totalitär“ in höchstem Maße zutrifft: Djihadisten, die vielleicht ein oder zwei Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, beanspruchen das Recht, bereits jetzt, noch bevor sie die ganze Welt zu einem Dar-al-Islam (Haus der Unterwerfung) gemacht haben, den Rest der Menschheit zu beaufsichtigen und zu züchtigen, wann immer auch nur ein einziger von sieben Milliarden Menschen etwas tut, was ihnen nicht in ihren bekackten Kram passt.

* Stefan Frank ist freier Journalist. Auf seiner Homepage ist eine Auswahl seiner Texte und Interviews zu finden.

Zum Foto: Vor seiner Abreise nach Mekka herzt Mahmud Ahmadinedjad sein Lieblingsbuch. Teheran, September 2008.


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Falsche Freunde

Standpunkte von Thomas Eppinger - Do, 09/09/2010 - 2:03pm
Verwandte hat man, Freunde kann man sich aussuchen. Zeit für ein klares Wort an falsche Freunde. Ja, ich bin gegen das System Islam. Ich bin gegen eine Kultur, die in ihrer Rückständigkeit und Gewalttätigkeit direkt dem Mittelalter entstammt, gegen die kollektive Beleidigtheit der Kollaborateure klerikal-faschistischer Regime und gegen das Macho-Gehabe von halbwüchsigen Idioten. Auch dass [...]
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Freiheitsexperte Kolat im religiösen Wahn

Freunde der offenen Gesellschaft - Do, 09/09/2010 - 1:30pm

Kenan Kolat meint, es sei Aufgabe der Regierung, Vorurteile gegen eine Religion abzubauen. Ich weiß nicht, welches Grundgesetz der Mann gelesen hat oder ob er weiß, was ein säkularer Staat ist, aber noch viel interessanter ist diese Aussage: Der Zeitpunkt der Preisverleihung sei unglücklich gewählt, schließlich sei gerade Ramadan. Tja Herr Kolat, ich frage mich, wo ihre öffentlichen Äußerungen zu anderen Dingen sind, die während des Ramadan stattfanden. Zum Beispiel: Raketen, die auf Israel abgefeuert wurden, ermordete Israelis im Westjordanland, ermordete Schiiten in Pakistan, ausgepeitschte Frauen im Iran, Aufstände nigerianischer Islamisten. War das passend? Haben diese Aktionen den Ruf des Islam in der Welt verbessert? War es deswegen passend, weil die Täter in diesen Fällen auch gefastet haben? Oder haben sie ganz einfach keinen Bock auf unislamische Blasphemie? Dann sagen sie es doch auch.


Der Experte aus London

Freunde der offenen Gesellschaft - Do, 09/09/2010 - 1:05pm

Carsten Volkery ist London-Korrespondent von Spiegel Online und in dieser Position arbeitet er sich -der Doktrin seines Arbeitgebers entsprechend- ausgiebig an den regierenden Tories ab. In dieser herrlich überflüssigen Artikelsammlung über angebliche “globale Sarrazins”, darf sich Volkery über den höchstgefährlichen ehemaligen Chef der UK Independence Party auslassen, was er mit viel Unkenntnis und jeder Menge Ideologie tut. Denn Nigel Farage will, dass sein Land aus der glorreichen EU austritt und das kann jemand, der beim Spiegel arbeitet nicht gestatten. Denn genauso wie sein Kollege Schmitz Obama deswegen bejubelt, weil er für eine vermeintliche Europäisierung der USA steht, ist die EU für Volkery deswegen toll, weil sie für die Kontinentalisierung des Vereinigten Königreichs steht. In sozialer und rechtlicher Hinsicht sind angelsächsische Länder für jeden strammen linken Sozialnationalisten ein wahrer Graus – Unabhängigkeit, Freiheit, Eigenverantwortung, ein gesundes Misstrauen gegenüber der Regierung und ein beharren auf so kulturunsensiblen Dingen wie der freien Rede sollen durch europäische Werte wie Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Regulierung und Vertrauen in die Politik ersetzt werden.

Nebenbei beweist Volkery, dass ein Wohnsitz noch lange keinen Kompetenz erzeugt: Seine Unkenntnisse der englischen Politik offenbart er, indem er Margaret Thatcher zwei Jahre länger regieren und etwas tun lässt, was die Iron Lady nie getan hätte.


Kurt Westergaard kann nicht nur zeichnen

Freunde der offenen Gesellschaft - Do, 09/09/2010 - 10:30am

Jahrelang war ich bloß ein halbwegs tauglicher dänischer Zeitungszeichner. Ich weiß nicht genau, was ich jetzt bin. Ein Symbol? Das ist vielleicht eine zu große Position für mich. Andererseits braucht man vielleicht Symbole. Die machen komplizierte Dinge ganz einfach.

….

Ich denke oft an die Anekdote, nach der Picasso 1940 von einem deutschen Luftwaffenoffizier gefragt wurde, ob er nicht der sei, der „Guernica“ gemalt habe? Und Picasso antwortete: Nein, das habt ihr gemalt.

Jeder Satz ein Treffer. In der FAZ. Noch einer, weil´s so schön ist:

Klar, ich wurde von Christen oft der Blasphemie geziehen. Aber die standen nicht mit der Axt in meinem Wohnzimmer. Ich selbst bin Atheist. In der Bibel steht, Gott habe den Menschen nach seinem Bilde geschaffen. Ich frage mich, ob es nicht eher umgekehrt war.


In Deutschland fehlen 70.000 Lehrer – auch ohne Migrationshintergrund

Freunde der offenen Gesellschaft - Do, 09/09/2010 - 8:27am

Das groteske am nationalen Integrationsplan ist die Forderung nach “Lehrern mit Migrationshintergrund”. Die an sich ist schon ein Verfassungsbruch. Denn noch ist das Schulwesen Ländersache (hätte der “Verfassungsminister” eigentlich wissen können). Und die entscheiden logischerweise über die Herkunft ihrer Lehrer. Da hat der Bundesminister des Innern nichts zu suchen. Dem entgegen stehen dürften aber die Bemühungen der Bundesministerin fürs Gedöns, Christina Schröder. Die will nämlich anonyme Bewerbungen. Da kann man gar nicht mehr herausfinden, ob ein Lehrer türkische, arabische, dänische oder bayrische Eltern hat. Selbst wenn das bekannt sei, ist die Bevorzugung der Muslime verboten. Denn das verstößt dann gegen das “Antidiskriminierungsgesetz”, nachdem niemand wegen seiner Herkunft, seinem Geschlecht oder seiner Religion benachteiligt wird. Also darf Aische nicht Lehrerin werden, nur weil sie Kopftuch trägt und deshalb bei Migrantenkindern besonders gut ankäme. Wenn sie gegenüber einer Schwäbin bevorzugt wird, nur weil sie Türkin ist, liegt eine Diskriminierung der Allemannin vor.

Allerdings ist das Problem hypothetisch. Es gibt bereits heute einen eklatanten Lehrermangel. Und von den Lehrern, die unterrichten, sind zu viele einfach schlecht. Einmal Lehrer immer Lehrer.

Weil die in einer Welle Anfang der Siebziger eingestellten Pädagogen (?) nun alle in den wohl verdienten Ruhestand entweichen, wird der Lehrermangel eklatant. Deshalb werben die reicheren Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Hessen den ärmeren die Lehrer mit höheren Gehältern oder einer Verbeamtung ab. Und auch hier gilt: Weil es so viele Lehrer gibt, hat jeder Berufsanfänger eine Chance, auch diejenigen, die für die Schüler und die Schule eine Zumutung sind.

Insgesamt wird der Mangel sich in den nächsten Jahren auf 70.000 fehlende Lehrer subsumieren. Ganz unabhängig von Genetik und Abstammung.

Wer so einen Schwachsinn schwadroniert wie der Bundesinnenminister gestern vor der Bundespressekonferenz, muss sich nicht wundern, dass die Bürger die Politik nicht mehr ernst nehmen und die Leute sich nach einem Thilo Sarrazin sehnen, der nicht herumschwadroniert, sondern auch als Berliner Finanzsenator schon bewiesen hat, dass der Staat nicht immer mehr Geld ausgeben muss, sondern sparen kann.

Damit mich keiner falsch versteht. In Berlin-Kreuzberg gibt es eine deutsch-türkische Europaschule, in der die Hälfte der Kinder deutsch und die andere türkisch ist. Jede Gruppe wird von Muttersprachlern alphabetisiert und lernt gleichzeitig die Partnersprache. Einer in der CDU engagierten Schulleiterin in Berlin-Neukölln wurde übrigens jahrelang vom Sozialdemokratisch-Kommunistischen Senat verboten, das Konzept zu übernehmen.

Die meisten Migranten können überhaupt keine Sprache, weil sie ihre Muttersprache auch nur für den Hausgebrauch nutzen und nicht etwa in ihr schreiben. Es gibt auch in Berlin-Spandau ein von türkischen Eltern gegründetes Gymnasium, in dem ebenfalls beide Sprachen auf dem Lehrplan stehen. Das müssen Einzelbeispiele bleiben, weil wir gar nicht genug Lehrer hätten, so etwas flächendeckend einzuführen.

Aber davon hat Herr deMaziére keine Ahnung.


Die Grätchenfrage

Lizas Welt - Mi, 08/09/2010 - 11:43pm

Kleiner Auszug aus Leon de Winters Beitrag „Das Geheimnis der jüdischen Intelligenz“, in deutscher Übersetzung erschienen im Kulturteil der Süddeutschen Zeitung vom Mittwoch:

Sarrazin starrte mich an, ausdruckslos, ohne eine Miene zu verziehen.

„Kann ich diese Heringsgräte von Ihnen haben?“

Ich schüttelte den Kopf: „Nein, das verstößt gegen alle Prinzipien. Verschenken geht nicht. Kein Jude gibt so einfach seine Heringsgräte her. Niemals. Ich könnte höchstens…“ ich zögerte.

„Was?“, fragte Dr. Sarrazin.

„Ich könnte sie Ihnen verkaufen“, schlug ich leise vor.

Sarrazin nickte, öffnete dann seine Aktentasche und zog ein klassisches Scheckheft hervor. Wieder zückte er seinen Füllfederhalter. Die Feder über dem aufgeschlagenen Scheckbuch, schaute er mich fragend an. „Wie viel?“

„Sie überfallen mich ein bisschen. Ich habe nie über den Preis meiner Heringsgräte nachgedacht“, stammelte ich.

„Ich möchte Ihre Heringsgräte kaufen. Sie ist mir einiges wert. Und zur Geheimhaltung habe ich mich doch gerade schon verpflichtet. Was hielten Sie von zehntausend Euro?“

Ich fühlte, wie mein Herz einen Hüpfer machte. Aber ich beherrschte mich.

„Hm, wenn Sie noch eine Null dranhängen…“

Dr. Sarrazin schrieb auf der Stelle einen Scheck über einhunderttausend Euro aus. Er reichte ihn mir. Ich schob ihm das Plastiktütchen mit der Heringsgräte hin. Er nahm es wie ein kostbares Juwel in die Hand.

„Das ist also das Geheimnis des jüdischen Intellekts“, flüsterte er, während er die Heringsgräte geradezu verliebt betrachtete. Doch gleich darauf funkelte er mich an: „Was bin ich doch für ein Idiot“, sagte er mit strenger Stimme. „Für hunderttausend Euro hätte ich mir gut fünfzigtausend Heringe kaufen können. Nein hunderttausend. Mitsamt Gräten.“

Ich lächelte: „Sie reagieren schnell, Dr. Sarrazin. Die Heringsgräte tut bei Ihnen sofort ihre Wirkung. So schnell ist noch keiner auf jüdisch klug geworden.“

Ein Lächeln huschte über sein Gesicht: „Verdammt, Sie haben recht.“

Er reichte mir die Hand.

„Ich bin jetzt so klug wie ein Jude“, sagte er stolz und steckte das Plastiktütchen mit der Heringsgräte in seine Innentasche, wo ich sie auch getragen hatte. „Es sind also nicht die Gene, sondern es ist die Heringsgräte.“

Ich nickte: „Absolut. Aber bitte kein Wort darüber.“

„Ich werde schweigen“, beteuerte er.

„Und falls je irgendwer das Thema jüdischer Intellekt anschneiden sollte, sagen Sie einfach: Die Juden haben ein Intelligenz-Gen. Denn wir wollen doch nicht, dass irgendwann womöglich alle Welt eine Heringsgräte bei sich trägt. Da verlieren wir doch unseren Klugheitsvorsprung.“

„Ein jüdisches Gen“, murmelte Sarrazin schmunzelnd und klopfte sich auf die Brust.

Wahrscheinlich kann man das Thema „Sarrazin und das jüdische Gen“ in seiner ganzen Absurdität nur so erfassen, wie der niederländische Schriftsteller (Foto) es getan hat: als Parabel nämlich, deren Kern übrigens an einen jüdischen Witz angelehnt ist. Da hat einer mit feinster Klinge gefochten. Ein veritabler Lichtblick in einer reichlich düsteren Debatte.


Filed under: Politik Tagged: Antisemitismus, Leon de Winter, Thilo Sarrazin
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Maulkorb für Deutschland

Standpunkte von Thomas Eppinger - Mi, 08/09/2010 - 11:08pm
Deutschland ist eine junge Demokratie. Die Politiker misstrauen dem Volk, von dem sie gewählt werden. Die Meinungsvielfalt wird von oben gesteuert und mit Drohkulissen eingeschränkt. Man erinnert dann jeweils an die besondere deutsche Geschichte, doch längst ist der Hinweis auf traumatisierende Erfahrungen zum willkommenen Alibi geworden, demokratische Politik unter Ausschluss des Demos zu betreiben. Es [...]
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Irrungen und Wirrungen der Islamkritik-Kritik

Freunde der offenen Gesellschaft - Mi, 08/09/2010 - 10:06pm

Die Islamkritiker-Kritiker haben im Schatten der Sarrazin-Debatte Hochkonjunktur. Andrea Nüsse, von Beruf Palästinafreundin in Diensten des Tagesspiegels, liefert heute unter dem Titel “Verrat an der Aufklärung” ein schaurig-schönes Beispiel für diese besondere Spielart des Kampagnenjournalismus ab.

Mit „Verräter“ sind hier natürlich nicht die Feiglinge in den deutschen Redaktionsstuben gemeint, die einem bedrohten Kollegen ein donnerndes „selbst schuld“ zurufen, sondern diejenigen Publizisten, die nach der Kompatibilität des Islam mit unserer modernen Gesellschaft zu fragen wagen. Nur “Alles oder Nichts, Gut und Böse” macht Nüsse in der „hysterischen“ Debatte aus, die diese antiaufklärerischen Barbaren zu verantworten haben, aber keine “wohlwollende Empathie”. Leider versäumt sie es im folgenden näher auszuführen, warum sich die Philosophie der Aufklärung, gegen deren Verrat sie so tapfer anschreibt, durch “Empathie”, und nicht durch eine klare Unterscheidung zwischen Gut und Böse auszeichnet.

Zu der Bösartigkeit der Islamkritiker gesellt sich laut Nüsse zudem noch der unglückliche Umstand, dass es in der muslimischen Welt gelegentlich zu “Irrungen” kommt, die diesen Munition liefern. In die Kategorie “Irrung” gehören bei Frau Nüsse “Steinigungsurteile im Iran oder die Morddrohungen gegen den Zeichner der Mohammed-Karikaturen, Kurt Westergaard”.

Die Steinigung einer Ehebrecherin durch einen islamofaschistischen Terrorstaat als „Irrung“ und nicht als systemimmanente Normalität zu bezeichnen zeugt von einer sehr eigenwilligen Interpretation der Lage in Iran. Ob Zwangsverheiratungen, Ehrenmorde, Terrorismus, Verfolgung Homosexueller, Schleierzwang, Gewalt gegen “Ungläubige” und all die anderen Dinge, die ein Broder oder eine Kelek dem Islam übel nehmen, auch als marginale Irrwege ansonsten zutiefst humaner und aufgeklärter Gesellschaften zu gelten haben erfahren wir leider nicht.

Letztlich ist das alles aber auch gar nicht so wild, denn:

“Dagegen wird zu Recht protestiert. Und dem Dänen Westergaard wird der Rücken mit Auszeichnungen gestärkt– heute erhält er den Medienpreis der Potsdamer Journalistenvereinigung.”

Von den Reaktionen der Unkulturbeauftragten des deutschen Feuilletons, die Westergaard lautstark in den Rücken gefallen sind als die Gefahr am größten war, schweigt Nüsse lieber.

Doch obwohl sie als glühende Verteidigerin der Aufklärung sehr für Toleranz ist, scheut Nüsse sich im folgenden nicht harte Worte anzubringen, wo diese nötig sind. So erfährt der geneigte Leser, dass jeder der den Islam kritisiert auch nicht besser ist als ein islamistischer Hassprediger, der zum Mord an den Ungläubigen aufruft, denn diese Kritikaster sorgen dafür:

dass der Diskurs der Islamkritiker wie ein Spiegelbild des Diskurses fundamentalistischer Islamisten wirkt.

Und, noch schlimmer, die Bevölkerung Deutschlands bewegt sich Dank Broder, Sarrazin, Kelek und Co. auf demselben Niveau wir die Flaggen verbrennenden und Botschaften abfackelnden Massen in Gaza, Teheran und Damaskus:

Auf beiden Seiten gibt es dann ebenso parallel Zustimmung breiter Bevölkerungsschichten zu den provokantesten Thesen in diesem Kampf um Identitäten.

Der Slogan „Der Islam ist schuld“ ist ebenso eingängig und unsinnig wie der Wahlspruch der Islamisten in der arabischen Welt „Der Islam ist die Lösung“.

Für Islamkritiker-Kritiker ist eben alles eine kulturrelativistische Soße: Die einen schreiben Bücher und streiten sich in Kommentarspalten und Online-Foren, die anderen rufen zum Mord an Andersdenkenden auf und schicken Lynchmobs auf die Straße. Verrat an der Aufklärung ist demnach eine passende Überschrift für diesen antifreiheitlichen Sermon.

PS: Dieses Buch gibt dem Verrat an der Aufklärung, der Dank Leuten wie Nüsse in Deutschland Alltag ist, ein Gesicht.


Die kleinen Lügen der tagesschau II

tw_24:blog - Mi, 08/09/2010 - 7:07pm

“Siedler”, giftete kürzlich Clemens Verenkotte für die tagesschau, “Siedler ignorieren Baustopp im Westjordanland”:

“Die Siedler im Westjordanland machten ihre Ankündigung wahr: Seit Mittwochabend 18.00 Uhr arbeiten Bauleute und Bagger wieder ohne Einschränkungen. Der von der israelischen Regierung verhängte Baustopp gilt noch bis zum 26. September. Aber der Siedlerrat hat nach dem tödlichen Anschlag auf vier Siedler bei Hebron beschlossen, dieses Datum zu ignorieren.”

Studio-Chef Richard C. Schneider sekundierte:

“Beim Nahost-Friedensgipfel in Washington geht es auch um einen möglichen Baustopp jüdischer Siedlungen im Westjordanland. Doch die Siedler wollten das Ende der Gespräche nicht abwarten. Nach dem tödlichen Anschlag bei Hebron nahmen sie die Bauarbeiten wieder auf. [..]

Bis zum 26. September sollte der Siedlungsbaustopp gelten. Doch die israelischen Siedler entschieden sich, heute um genau 18:00 Uhr wieder mit den Bautätigkeiten zu beginnen. Eine Reaktion auf die Ermordung von vier Siedlern gestern – eine Provokation als Reaktion auf eine Provokation.”

Was schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ein Journalist, der diese Bezeichnung verdient, hätte herausfinden können, Clemens Verenkotte und Richard C. Schneider aber nicht wissen wollten, ist jetzt amtlich:

“[A] Haaretz probe revealed that the structures involved in these ‘freeze-ending’ events were never included in the terms of the West Bank building moratorium. [..]

[W]orks in Adam, Kedumim, and Beit Hagai were all legal, for different reasons.

The Kedumin and Adam foundations, for instance, were both of public structures, which, unlike private structures, are not included in the terms of the settlement freeze.

In Beit Haggai, on the other hand, the foundations were laid prior to the freeze, making them, again, outside the terms of the moratorium.”

Die Zeitung, die das schreibt, zitieren ARD-“Journalisten” besonders gern. Werden Clemens Verenkotte und Richard C. Schneider den Anstand haben, das Blatt auch diesmal zu zitieren?

Fragen Sie doch einfach mal nach. Über die Antworten werden Sie gewiß staunen.

Kategorien: Israel

Shana tova!

Spirit of Entebbe - Mi, 08/09/2010 - 4:08pm


Kategorien: Israel

Rückzieher: “Palästinenserpräsident” Abu Mazen will kein “Partner für Frieden” mehr sein

tw_24:blog - Mi, 08/09/2010 - 4:06pm

Abu Mazen, der auch Mahmoud Abbas genannt wird oder “Palästinenserpräsident”, hat sich, scheint’s, einigermaßen verrechnet. Die Hamas, eine “demokratisch gewählte Regierung” der “Palästinenser”, beging den Beginn von “Friedensgesprächen” zwischen der israelischen Regierung und der PA in Washington mit mehreren Anschlägen auf Juden.

Aus Gaza schickten “Extremisten” seither mehrere Absagen an die Unterhandlungen und einen Frieden per Raketepost nach Israel, zuletzt in Form von Mörser-Granaten auf ein Schulgebäude im Kibbutz Sha’ar Hanegev. Gaza ist seit 2005 judenrein, die EU ist bisher nicht auf ein Angebot Avigdor Liebermans eingegangen, die Vorsorgung des Landstrichs zu übernehmen.

Auch die Statements verschiedener weiterer “palästinensischer” Banden“Parteien” belegen, wie unpopulär unter ihnen nicht nur “Friedensverhandlungen” sind, sondern und vor allem deren mögliches Ergebnis: ein “palästinensischer” Staat neben Israel. In der Jungen Welt, einem nazionalen Traditionsblatt, äußert sich Maher al-Taher, “Marxist”, exemplarisch so:

“Abgesehen davon, daß sie für uns keinen Nutzen haben, sind diese Verhandlungen absurd. [..]

Die Billigung dieser Verhandlungen durch das Exekutivkomitee der PLO ist eine Farce. Sie verdeutlicht, daß eine unabhängige Entscheidungsfindung und Demokratie in diesen Institutionen nicht stattfindet, da das palästinensische Volk seine Ablehnung von Verhandlungen eindeutig zum Ausdruck gebracht hat.”

Daß die “Palästinenser” nicht reif sind für einen Frieden oder gar einen eigenen Staat, wie das das “Politbüromitglied” der PFLP hier ganz unverblümt einräumt, hat schon vor Beginn der “Friedensgespräche” am 2. September die millionenschwere Geneva Initiative wohl mehr als nur geahnt. Mit Werbespots in “palästinensischen” und israelischen Medien will sie für einen Frieden werben.

Im israelischen Fernsehen – das TV der PA hielt sich nicht an die Vereinbarung und strahlte die Spots bisher nicht aus – konnten die Zuschauer, die wohl am wenigsten auf einen Frieden vorbereitet werden müssen, bislang u.a. “Palästinenserpräsident” Abu Mazen und Salam Fayyad, “Premierminister” der PA, staunend dabei zusehen, wie die sich als “Partner für Frieden” inszenierten.

Spätestens mit dem Massaker an vier Juden am 1. September, zu dem sich die Hamas bekannte, ist jedoch unübersehbar, wie weit entfernt die “palästinensischen” Werbeträger für einen Frieden von der Realität sind, wie wenig Rückhalt sie unter jenen, die sie angeben zu vertreten, haben. Und das kann sie ihr lukratives Amt kosten. Und deshalb machen sie nun einen wohl nicht nur symbolischen Rückzieher:

“President Mahmoud Abbas and Prime Minister Salam Fayyad have reportedly asked an Israeli peace campaign to remove their pictures from a series of advertisements, Israeli media reported Tuesday. [..]

The clips stirred controversy among Palestinians, and hundreds rallied in Ramallah on Wednesday protesting peace talks they said were not representative of the Palestinian public because they lacked terms, references and guarantees that Israel would stick to its promises.”

Nun wollen der “Palästinenserpräsident” und sein “Premier” keine “Partner für Frieden” mehr sein; für den Amtserhalt mögen sie nicht mehr für Frieden werben – weder in Israel noch da, wo sie seit Jahren “regieren”. Sie stellen mit ihrem Rückzieher der eigenen “Politik” ein Armutszeugnis aus, die entweder erfolglos war – oder eben bisher nicht auf einen Frieden gerichtet, sonst müßten sie sich jetzt nicht rechtfertigen für ihre “Kapitulation”.

Kategorien: Israel

Und wieder nur wohlfeiler Aktionismus

Freunde der offenen Gesellschaft - Mi, 08/09/2010 - 10:13am

Der Innenminister fühlte sich durch die öffentliche Meinung gezwungen, “mal was mit Integration zu machen”. Das Resultat ist nicht beeindruckend, denn es macht da weiter, wo der Staat mit all seinen Programmen, Maßnahmen und Methoden schon längst gescheitert ist. Was das Bundesamt für Migration da unter dem Titel “Bundesweites Integrationsprogramm” abliefert, hätte auch in einer AG in den Räumlichkeiten eines UJZ erstellt und formuliert werden können, denn wieder ist es der Staat, der alles richten will und Verantwortung übernimmt. Keiner der Autoren dieses Papiers scheint in seinem Fachgebiet “Migration” wirklich bewandert zu sein, denn ein einfacher Blick über den Teich hätte gezeigt, dass das größte, älteste und erfolgreichste Einwanderungsland der Welt ohne staatliche Fürsorge und Einmischung auskommt und darauf setzt, dass die Einwanderer nicht von oben integriert werden, sondern das selber in die Hand nehmen. Das ist nicht einfach, das bedeutet Mühsal und viel Arbeit, aber im Gegensatz zum deutschen Rundumprogramm mit Sprachkursen, Angeboten und Fördermaßnahmen, funktioniert dieser Weg.

Eben war die nicht stattfindende Integration weiter Teile des muslimischen Einwanderer-Milieus noch ein großes Thema. Der Innenminister und seine treuen Bürohengste haben daraus 190 Seiten butterweich formulierten bürokratischen Irrsinn gemacht, der heute im Kabinett abgesegnet wird und wieder nichts bewirken wird, außer einer Stärkung der Erwartungshaltungen.


Verbraucher sparen mindestens 5 Mrd. € Stromkosten

Freunde der offenen Gesellschaft - Mi, 08/09/2010 - 8:20am

Diese Regierung ist zu bräsig, ihre eigenen Erfolge zu verkaufen. Durch die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke werden die Strompreise niedriger ausfallen. Denn trotz der vermeintlichen Milliarden-Gewinne, die die Stromkonzerne machen, bleibt das Angebot an Strom höher als ohne Atomkraftwerke. Damit ergibt sich automatisch ein niedriger Preis. Zumal Atomstrom wesentlich billiger ist als regenerative Energie.

Das ist aber zeitgleich das Dilemma, in dem die Politik steckt. Mit der Einspeiseverordnung hat sie weitgehend im Konsens Milliardensummen in Wasser, Luft und Sonnenkraft umgeleitet, die den Verbraucher teuer zu stehen kommen, weil sie völlig unwirtschaftlich und wenig effizient sind.

Volkswirtschaftlich ist die Sache noch schlimmer. Durch die garantierten und nur sehr langsam sinkenden Preise, gibt es faktisch gar keinen Anreiz, den Marktanteil regenerativer Energien durch Forschung und Entwicklung zu erhöhen. Nur so könnten aber die Herstellkosten gesenkt werden und die Sache würde sich irgendwie rechnen.

Die ganze Energiepolitik ist von sachfremder Ideologie durchsetzt, die uns teuer zu stehen kommt.

P.S.: Die fünf Milliarden erklären sich aus der Schätzung der Stadtwerke, die bereits in so unproduktive Energieerzeugung investiert haben und nun entsprechende Mindereinnahmen befürchten. Wahrscheinlich ist die Ersparnis noch viel höher.


GEZilla im Anmarsch

Freunde der offenen Gesellschaft - Di, 07/09/2010 - 8:20pm

Die Existenz der Zwangsgebühren-Stasi, kurz GEZ, ist aus liberaler Sicht schon schlimm genug, von ihren Methoden ganz zu schweigen. Schnüffelaktionen der “Gebührenbeauftragten”, die einem im Hausflur auflauern, um unverfänglich nach dem Besitz eines Rundfunkempfängers zu fragen, sind dabei genauso an der Tagesordnung wie das Einholen von Adressen bei den Meldebehörden. Selbst tote Dackel sind vor den eifrigen Raubrittern im Auftrag der Staatsmedien nicht sicher. Im Vergleich zu dem, was der Staatsvertrag über die neue Rundfunkgebühr so vorsieht, wirkt das aktuelle System allerdings geradezu harmlos.

Der Gesetzesentwurf beschert uns ein Behördenmonstrum, das aus 1984 entsprungen sein könnte: Die reformierte GEZ, deren Arbeitstitel aktuell „nichtrechtsfähige öffentlich-rechtliche Verwaltungsgemeinschaft betriebene Stelle der öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten“  lautet, wird sich die Zwangsgebühren, die dann pro Haushalt fällig werden, mit Hilfe einiger neuer Befugnisse sehr viel effektiver unter den Nagel reißen können.  Ein bundesweites Zentralregister, in dem alle Personen ab 18 Jahren gespeichert werden sollen, wird vollen Zugriff auf die Daten der örtlichen Einwohnermeldeämter haben und bei öffentlichen und nichtöffentlichen Stellen ohne Kenntnis des Betroffenen Informationen erheben dürfen. Wie viele Menschen in einer Wohnung wohnen oder ob in einem Betrieb ein Personalwechsel stattgefunden hat muss bei der Supermeldebehörde angezeigt werden, die die Berechnung der Gebühren von diesen Informationen abhängt. Wohnungsbesitzer sind deswegen auch zu ausführlichen Angaben über ihre Mieter verpflichtet, sonst drohen Zwangsvollstreckungen.

Von der Reform erhofft man sich vor allem noch mehr Knete für Staatsglotze und Co. Gebührenpflichtig wird jeder, der eine Wohnung, einen Betrieb oder ein Auto hat, also potentiell jeder Volljährige. Auch Blinde und Hörbehinderte, die bisher befreit waren, sollen künftig zahlen, um so die “barrierefreien Angebote” der Öffentlich-Rechtlichen zu finanzieren. Eine originelle Auffassung von Sozialverträglichkeit die sich da offenbart. Bereits bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 29. September könnte die Datenkrake mit den Blockwartbefugnissen ins Leben gerufen werden. Immerhin rührt sich bei FDP und Grünen und bei einigen Datenschutzbeauftragten Widerstand gegen  die monströsen Pläne. Der Autovermieter Sixt hat schon gedroht, GEZilla notfalls mit einer Verfassungsklage zu Fall zu bringen. Hoffen wir im Namen des Datenschutzes und unserer Privatsphäre, dass es gar nicht erst so weit kommt.

Siehe auch hier, hier und hier.


Veranstaltungshinweis

Freunde der offenen Gesellschaft - Di, 07/09/2010 - 8:08pm

Die Freunde von Gay West – Nukleus des alten FdoG-Stammtischs - laden zum Freundestreffen am  11. September 2010 ab 17 Uhr ins griechische Restaurant „Nemesis“ , Hauptstr. 154, 10827 Berlin-Schöneberg. Keine Berührungsängste, ich werde auch dort sein. Die Veranstalter bitten Erscheinende um Mitteilung unter gay.west@web.de. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.


N24: Von “Extremisten” und “Hardlinern”

tw_24:blog - Di, 07/09/2010 - 5:02pm

Sind deutsche Medien, geht es um die Berichterstattung über Israel , eine verläßliche Informationsquelle? Berichten sie korrekt und damit also vorurteilsfrei? Ulrich Becker hat mit Blick auf die ARD erhebliche Zweifel:

“Den anti-israelischen Müll, der auf ARD seit der Ermordung von vier Israelis bei Beit Chagai, ausgeschüttet wird, kann man nur noch schwer zusammenfassen.”

Auch bei Castollux und Verbrochenes werden öffentlich-rechtliche Kollisionen mit Vernunft und Wirklichkeit dokumentiert. Ausrutscher sind wohl dann keine mehr, kommen sie regelmäßig vor.

Wie sieht es nun bei der privaten Konkurrenz der mit Zwangsabgaben üppig finanzierten staatlichen ARD aus, etwa N24, einem Sender, für den die N24 Gesellschaft für Nachrichten und Zeitgeschehen mbH verantwortlich zeichnet?

“Eigentlich ringen Israels Ministerpräsident Netanjahu und Palästinenserpräsident [!] Abbas [!] bei Gesprächen in den USA um Frieden. Die Hardliner zuhause lassen allerdings wieder die Waffen sprechen.

In der Nacht hat die israelische Armee drei Tunnel im Gaza-Streifen mit Raketen beschossen. Dabei wurden drei Menschen verletzt, zwei gelten offiziell noch als vermißt.

Der Beschuß gilt als Antwort auf den Angriff palästinensischer Extremisten wenige Stunden zuvor. Dabei war eine Rakete aus dem Gaza-Streifen im Süden Israels eingeschlagen.

Die Hamas lehnt Friedensbemühungen ab und hat angekündigt, ihre Angriffe auf Israel fortzusetzen.”

Und dann lächelt die “Nachrichten”-Aufsagerin fröhlich vom Bildschirm und meint: “Das war doch mal ein gelungenes Comeback.” Aber da ist sie vermutlich schon beim nächsten Thema.

Fassen wir zusammen, was sie zum vorherigen sagte: Es gibt in Israel “Hardliner”, die “Tunnel im Gaza-Streifen” beschießen und damit wohl, legt die ganze Formulierung der “Nachricht” nahe, das Ringen um Frieden in den USA stören wollen.

Es gibt auch “Hardliner” unter den “Palästinensern”, “Extremisten” nämlich, die eine Rakete abfeuerten, die im Süden Israels einschlug, aber offenbar noch nichtmal materielle Schäden verursachte.

Erst an dieser Stelle erfahren wir, daß “der Beschuß” für den die “Hardliner” vom israelischen Militär verantwortlich sind, “als Antwort [..] gilt”, also eine Reaktion darstellt. “Dabei wurden drei Menschen verletzt, zwei gelten offiziell noch als vermißt.”

Da wird über eventuelle Schäden geschwiegen, dort gibt es Verletzte und Vermißte. Überreagierten da die “Hardliner” der einen Seite möglicherweise wieder einmal? Ihre Antwort jedenfalls macht sie offenbar zu “Hardlinern”.

Und erst jetzt kommt dieser Satz: “Die Hamas lehnt Friedensbemühungen ab und hat angekündigt, ihre Angriffe auf Israel fortzusetzen.” Das ist, scheint’s, aber eine eher unwesentliche Mitteilung, die sogleich weggelächelt wird.

Dabei offenbart an diesem Satz sich die ganze Perfidie dieser eben so formulierten “Nachricht”. Israel hat es mit der Hamas mit einem erklärten Gegner zu tun, dem an Friedensbemühungen überhaupt nichts liegt.

Antwortet nun die israelische Armee auf Angriffe dieses Gegners – nur wenige Tage zurückliegende Hamas-Anschläge auf Juden werden gar nicht mehr erwähnt – militärisch, landet sie in der Kategorie “Hardliner” – wie die “palästinensischen Extremisten”.

Handeln diese verbrecherisch, trifft das nach Ansicht von N24 wohl auch zu für die Reaktion des israelischen Militärs, das vielleicht sogar moralisch noch verwerflicher handelte.

Denn einerseits “ringt” da ja Benjamin Netanjahu “eigentlich” – tut er es wirklich? – in Washington um Frieden , hat Israel sich also beschießen zu lassen, und andererseits darf doch die Antwort auf eine Rakete, die keine meldenswerten Schäden verursacht, nicht so aussehen:

“Dabei wurden drei Menschen verletzt, zwei gelten offiziell noch als vermißt.”

“Wenn man all dies als normaler Deutscher von der ARD und Co. aufgetischt bekommt”, fragt Ulrich Becker, “wie kann man überhaupt ein ausgeglichenes Bild entwickeln und sich eine unabhängige Meinung bilden?”

Wir wissen es leider auch nicht.

Kategorien: Israel

Nur regenerative Energien lösen den Nahost-Konflikt

Freunde der offenen Gesellschaft - Di, 07/09/2010 - 1:24pm

In den nächsten 10 Jahren müssen deutsche Stromverbraucher etwa 90 Mrd.  € mehr für die Subventionierung von Wind- und Wasserkraft ausgeben, als wenn die schnöden Atomkraftwerke weiter betrieben und das ein oder andere neu gebaut würde. Das wäre mir auch am liebsten und ökonomisch sinnvoll. Deshalb ist die Verlängerung der Laufzeiten der bestehenden Werke der richtige Weg. Vielleicht ändert sich bis dahin ja die Stimmungslage oder die Kernfusion ist erforscht. Trotzdem sind regenerative Energien der einzige Weg, den Öl- und Geldfluß zu arabischen Potentaten trocken zu legen. Nur dann sind sie auf die Produktivität der eigenen Bevölkerung angewiesen und das Geld zur Finanzierung von Hamas und Konsorten fehlt.

Israel, das vor allen Dingen als Sündenbock gebraucht wird, hat seine historische Funktion eingebüsst und darf einfach weiter existieren. Zwischen den Anrainerstaaten und dem jüdischen Staat entwickelt sich so ein reger Handel und Ausbau von Ressourcen. Und irgendwann kann Hendryk M. Broder dann mit dem ICE von Tel Aviv nach Teheran düsen, während er an einem guten Glas Rotwein nippt.

Wenn diese Vision allerdings Wirklichkeit werden sollte, müsste die Energiepolitik sich radikal ändern. Statt mit Milliarden ineffiziente und viel zu teure State of the Art Technologie zu bezuschussen und so eine Industrie zu begründen, die ohne Subventionen nicht lebensfähig ist, sollte man das Geld lieber in Forschung und Entwicklung stecken und so den Wirkungsgrad massiv erhöhen. Der Ausbau erfolgt erst dann, wenn das ganze wirklich wettbewerbsfähig ist und nicht aus CO² – Hysterie an den Markt gebracht werden.

Solange gibt es auch andere Lösungen. Brennstoffzellen und Blockheizkraftwerke, effizientere konventionelle Energiegewinnung könnten der Weg ebnen.

Das einzige Problem. Je weniger Öl nachgefragt wird, desto niedriger sein Preis. Und das vermindert wieder die Anreize, in “neue” Energieformen zu investieren.


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