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Aktualisiert: vor 6 Minuten 42 Sekunden

Vatikan sieht Papst als Opfer einer Kampagne

vor 2 Stunden 57 Minuten

Der Vatikan reagiert pikiert auf die Enthüllungen neuer Missbrauchsfälle in Deutschland: Papst Benedikt XVI. solle offenbar unter allen Umständen in die Skandale “hineingezogen” werden. Seit 2001 wurden dem Petersdom 3000 Vorfälle weltweit gemeldet.

Rom – Der Vatikan sieht Papst Benedikt XVI. als Opfer einer Kampagne im Skandal um sexuelle Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Deutschland. “In den letzten Tagen gab es einige, die mit einer gewissen Verbissenheit in Regensburg und in München nach Elementen gesucht haben, um den Heiligen Vater persönlich in die Missbrauchs-Fragen mit hineinzuziehen”, kritisierte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Samstag in Rom. Diese Versuche seien jedoch “gescheitert”.

Lombardi bezog sich dabei auf neu bekannt gewordene Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen, die Benedikts Bruder Georg Ratzinger lange Zeit geleitet hatte, sowie auf einen Fall in München, in dem Ratzinger als damaliger Erzbischof von München und Freising der Versetzung eines wegen Kindesmissbrauchs vorbelasteten Priesters von Essen nach München zugestimmt hatte. Der Mann wurde in München wieder in einer Gemeinde eingesetzt, fiel erneut mit pädophilen Handlungen auf und wurde deshalb auch verurteilt.

In dem Münchner Fall sei deutlich, dass der damalige Münchner Erzbischof Joseph Ratzinger nichts zu tun gehabt habe mit Entscheidungen, “nach denen es später dann zu den Missbräuchen kommen konnte”, betonte der Papst-Sprecher. Der frühere Generalvikar Gerhard Gruber in Ratzingers alter Diozöse bezeichnete den Einsatz des Mannes in der Pfarrseelsorge mittlerweile als “schweren Fehler” und übernahm die volle Verantwortung.

300 Priester pädophiler Übergriffe bezichtigt

Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Vatikan seit 2001 von rund 3000 Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche aus den vergangenen 50 Jahren erfahren hat. Diese Zahlen nannte ein Vertreter der päpstlichen Glaubenskongregation, Charles Scicluna, am Samstag der italienischen Bischofszeitung “Avvenire”.

Von 2001 bis 2010 habe es rund 3000 Beschwerden über Geistliche gegeben. In rund 60 Prozent der Fälle sei es um gleichgeschlechtliche Kontakte gegangen. Bei 30 Prozent der Beschwerden handelt es sich um heterosexuelle Kontakte und in zehn Prozent der Fälle um pädophile Übergriffe Geistlicher. Insgesamt seien in neun Jahren damit 300 von 400. 000 Priestern weltweit der Pädophilie bezichtigt worden.

In zehn Prozent der Beschuldigungen, bei denen es sich laut Scicluna um “besonders schwere Fälle mit unzweifelhaften Beweisen” handelte, wurde den beschuldigten Priestern das Recht entzogen, Sakramente wie die Beichte zu spenden. Weitere zehn Prozent hätten selbst darum gebeten. Gegen 60 Prozent der Betroffenen strengte die Kirche seinen Angaben zufolge keine Prozesse, sondern lediglich disziplinarische Maßnahmen an. Der Grund war laut Scicluna meistens das “fortgeschrittene Alter” der Beschuldigten.

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Neue Missbrauchsvorwürfe bei Regensburger Domspatzen

vor 5 Stunden 44 Minuten

Erschütternde Berichte: Im Missbrauchsskandal bei den Regensburger Domspatzen haben sich neue Betroffene zu Wort gemeldet. Ein Ex-Schüler berichtete dem SPIEGEL, dass er bis in die neunziger Jahre sexuelle Gewalt erlebt hätte. Bislang waren nur Fälle aus den fünfziger und sechziger Jahren bekannt.

Hamburg – Ex-Schüler Thomas Mayer berichtet dem SPIEGEL von schrecklichen Erlebnissen. Er habe sexuelle und körperliche Gewalt bis zum Verlassen des Internats 1992 als allgegenwärtig erlebt. Bislang waren Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen aus den fünfziger- und sechziger Jahren bekannt.

Er selbst sei im Internat von älteren Schülern vergewaltigt worden, berichtet Mayer. Auch in der Wohnung eines Präfekten sei es zu Analverkehr zwischen Schülern gekommen. “Die haben den Druck eines totalitären Systems eben weitergegeben”, sagt er. Das Bistum Regensburg wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Auch Chorchef Georg Ratzinger, der Bruder von Papst Benedikt XVI., wurde von ehemaligen Domspatzen als “extrem cholerisch und jähzornig” erlebt. So habe Ratzinger noch Ende der achtziger Jahre bei Chorproben erzürnt Stühle in die Männerstimmen hineingeworfen. Einmal habe sich der Domkapellherr so erregt, dass ihm sogar das Gebiss herausgefallen sei. Der 86-jährige Ratzinger wollte sich dazu nicht äußern.

Papst Benedikt sieht Zölibat als “Zeichen der Hingabe”

Ratzingers Bruder Papst Benedikt XVI. hält trotz aller neuen Enthüllungen über sexuellen Missbrauch in der Kirche am Zölibat fest. Der “heilige Zölibat” sei ein “kostbares Geschenk” und “Zeichen der vollständigen Hingabe” an Gott, sagte der Papst bei einem Treffen mit Teilnehmern einer Tagung der Kleruskongregation am Freitag im Vatikan. Die Kirche müsse an der Besonderheit des Priesteramtes festhalten und sich nicht “den Moden der säkularisierten Gesellschaft unterwerfen”.

Der Papst war am Freitag vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, über die Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen in Deutschland informiert worden. Benedikt XVI. habe “große Betroffenheit” und “tiefe Erschütterung” gezeigt und die deutschen Bischöfe ermutigt, so Zollitsch, “den eingeschlagenen Weg der lückenlosen und zügigen Aufklärung konsequent fortzusetzen”. Insbesondere bitte das Kirchenoberhaupt darum, dass die Leitlinien der Bischofskonferenz “kontinuierlich angewendet und wo notwendig verbessert” würden.

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Missbrauchsdebatte bei Illner: Scheinheilig in den Triebstau

Fr, 12/03/2010 - 10:39am

Von Henryk M. Broder

Ist Ehelosigkeit der Grund für die Missbrauchsfälle bei den Katholiken, ist die Kirche ein Magnet für Pädophile? Ein Bischof und drei Frauen diskutierten bei Illner über die großen Fragen hinter dem aktuellen Skandal. Und brachen doch nicht mit dem naiven Ideal, dass es auf der Welt wirklich Heilige gibt.

Der Bundestag hat einen Wehrbeauftragten, jeder größere Betrieb eine Gleichstellungsbeauftragte und beinahe jede Rundfunkanstalt einen Suchtbeauftragten. Nun hat es auch die katholische Kirche erwischt. Seit kurzem hat sie einen Missbrauchsbeauftragten, was natürlich zu Witzeleien einlädt, ob er Missbräuche verhindern oder nur darauf achten soll, dass sie nicht aufgedeckt werden. Es ist ein relativ junger und sympathischer Bischof namens Stephan Ackermann, der bis jetzt außerhalb kirchlicher Kreise ein Unbekannter war.

Am Donnerstagabend saß er bei Maybrit Illner und musste eine extrem schwierige Aufgabe lösen: Die Fälle von sexuellem Missbrauch an Jugendlichen, die in 22 der 27 Bistümer bekannt wurden, als Einzelfälle zu klassifizieren, ohne sie als Ausnahmen zu verharmlosen. Fehlverhalten von kirchlichen Amtsträgern zuzugeben, ohne es als systemimmanent zu verurteilen.

Keine einfache Übung angesichts einer “Lawine” (Stephanie zu Guttenberg, die Vorsitzende des Vereins “Innocence in Danger”), die “nicht das Ende” (Sabine Leutheusser-Schnarrenberger) der ganzen Geschichte, sondern vermutlich den Anfang eines Erkenntnisprozesses markiert.

Das Thema hieß “Moral predigen, Missbrauch dulden – Wer stoppt die Scheinheiligen?” Und wie immer bei solchen Vorgaben verstand jeder Teilnehmer der Diskussion etwas anderes darunter. Was in den vergangenen Wochen bekannt wurde, sei “erschütternd und beschämend”, man müsse “der Wahrheit ins Gesicht sehen”, sagte Bischof Ackermann. Sie sei “nicht überrascht”, erklärte Alice Schwarzer, “Männer mit pädophilen Neigungen gehen in Berufe, in denen sie mit Kindern zu tun haben”, allerdings: Drei von vier missbrauchten Kindern würden “in der Familie missbraucht”, nicht in der Schule oder in der Kirche.

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Dinge, die Gott nicht kann

Fr, 12/03/2010 - 8:43am


“Die Kirche ist doch keine kriminelle Vereinigung”

Do, 11/03/2010 - 11:10pm

In 20 von 27 deutschen Bistümern gibt es inzwischen Vorwürfe gegen die katholische Kirche – hat der Missbrauch von Kindern System? Johannes Siebner, Direktor des Kollegs St. Blasien, spricht im SPIEGEL-ONLINE-Interview über das Versagen gegenüber Opfern und die Fehler des Apparats.

SPIEGEL ONLINE: Pater Siebner, zahlreiche Opfer von Missbrauch an katholischen Schulen und Einrichtungen trauen sich nach Jahren an die Öffentlichkeit. Aus 20 von 27 deutschen Bistümern werden mittlerweile Vorwürfe gemeldet. Lässt sich da noch von bedauerlichen Einzelfällen sprechen, wie es einige Kirchenvertreter weiter tun?

Johannes Siebner: Hinter jedem einzelnen Fall steht ein individuelles Schicksal. Deshalb müssen wir von Einzelfällen sprechen, um dem einzelnen Opfer gerecht zu werden. Aber gleichzeitig müssen wir überprüfen, ob hinter den Einzelschicksalen ein System steckt, ein systematisches oder systemimmanentes Wegschauen und Nichtwissen-Wollen in unseren Einrichtungen.

SPIEGEL ONLINE: Und, hat der Missbrauch also System?

Siebner: Die katholische Kirche ist keine kriminelle Vereinigung. Wer das unterstellt, schießt übers Ziel hinaus. Ort und Zeit der Taten und ganz konkrete Mitbrüder oder Vorgesetzte haben es begünstigt, dass Kinder zu Opfern wurden – und dass ihr Leid und ihre Verletzungen nicht gesehen wurden, dass weggeschaut wurde. Aber zwischen den Tätern selbst gibt es wohl keine Verbindung oder Verabredung, jedenfalls nicht bei den Fällen am Berliner Canisius-Kolleg und bei uns in St. Blasien. Nur von Einzelfällen zu sprechen würde die Sache allerdings verharmlosen. Die Opfer selbst sehen sich nicht nur als Opfer einzelner Täter.

SPIEGEL ONLINE: Wir sprechen also von einem Umfeld, das Missbrauch begünstigt. Psychologen sagen: In der Intimität eines Internats und der abgeschlossenen Welt der Kirche kann es schneller zu Übergriffen kommen – richtig?

Siebner: Ist das so einfach? Ihre Frage ist suggestiv. Die Fälle in St. Blasien haben ihren Ursprung im normalen Schulbetrieb, nicht ausdrücklich im Internat. Ich habe keine Statistik und bin kein Fachmann, aber mein Eindruck ist, dass im Internat eine Gefahr da ist, weil die Beziehungen etwas Hermetisches haben können, weil Corpsgeist eine Versuchung sein kann und weil die Rolle des Erziehers als absolut vertrauenswürdig angelegt ist und sein muss. Das alles ist aber keine Argumentation gegen Internate. Wie es auch kein Argument gegen die Institution Eltern ist.

SPIEGEL ONLINE: Der Missbrauch wird häufig relativiert, zuletzt vom Salzburger Weihbischof Andreas Laun in der Sendung “Menschen bei Maischberger”. Da heißt es dann: Auch in evangelischen Schulen gibt es solche Fälle – auch bei den Pfadfindern, in Sportvereinen, in der Familie…

Siebner: Ich beobachte nicht alles, was gesagt, gesendet oder geschrieben wird. Aber ich bin dort traurig und skeptisch, wo eine Relativierung und Distanzierung erfolgt. Dies verstellt den Blick auf die Opfer. Und dies erschwert es, die Perspektive der Opfer einzunehmen.

SPIEGEL ONLINE: Solche Versuche, von der eigenen Verantwortung abzulenken, widersprechen doch völlig Ihren Vorstellungen, wie man mit dem Thema Missbrauch umgehen müsste.

Siebner: Ja, in der Tat: Die Erfahrung der Opfer besteht darin, dass zum Missbrauch nicht nur die Missbrauchstat gehört, sondern auch das Wegschauen in der Institution.

SPIEGEL ONLINE: Wie lässt sich Missbrauch und Lehrergewalt gegen Schüler zuverlässig verhindern?

Siebner: Wir müssen ein Schulklima schaffen, in dem ein Kind schreien kann, wenn es verwundet wird – und in dem der Schrei auch dann gehört wird, wenn er sehr still oder sehr unbequem ist. Solche Schmerzensschreie stören und werden schnell als unpassend diffamiert. Sie stören die Abläufe und den Ruf der Institution. Wir müssen Erzieher und Lehrer schulen, damit sie erkennen, wenn ein Kind verletzt wurde.

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Teufelszeug im Vatikan

Do, 11/03/2010 - 11:06pm

Er ist der meistbeschäftigte Exorzist Europas, bekämpft seit fast 25 Jahren den Antichrist, wo immer er ihn findet. Nun verortet Don Gabriele Amorth den Teufel genau da, wo seine Heiligkeit der Papst zu Hause ist: im Vatikan.

Rom – Im Alter von 84 Jahren haben die meisten Menschen bereits ein paar Jahrzehnte beschaulichen Rentnerdaseins auf dem Buckel. Nicht so der offiziell beauftragte Exorzist der Diözese Rom, Don Gabriele Amorth.

Der Teufelsaustreiber, zuständig für den Bischof Roms, Papst Benedikt XVI., übt sein Amt seit 1986 aus und wird nicht müde zu betonen, dass er in nicht weniger als 70.000 Fällen erfolgreich war. Dass man nirgends vor dem Antichrist gefeit ist, untermauerte der Padre nun in einem Gespräch mit der italienischen Tageszeitung “La Repubblica”.

“Im Vatikan haust der Teufel”, sagte Amorth einem Reporter des Blattes, den er am Krankenlager empfing. Der greise Exorzist (“Ich habe ein Gesicht wie ein Bulldozer”) erlitt unlängst einen Zusammenbruch und muss nun das Bett hüten – einen “unerklärlichen” Zusammenbruch, fügt ein Vertrauer Amorths geheimniskrämerisch hinzu, als hätte der Leibhaftige selbst seinen Pferdefuß im Spiel gehabt.

“Wenn die Rede vom ‘Rauch des Satans’ ist, der in die heiligen Räume eingezogen ist, dann ist das wahr – auch, was die jüngsten Berichte über Gewalt und Pädophilie anbelangt”, klagte Don Gabriele. Es gebe Kardinäle, die nicht an Jesus glaubten, und Bischöfe, die Verbindungen zum Teufel hätten.

Auch der Zwischenfall bei der Christmette im Petersdom 2009, als eine Frau auf Benedikt zustürzte und dieser im Getümmel zu Boden ging, ist laut Amorth auf den Satan zurückzuführen – der Vatikan-Korrespondent der “Bild”-Zeitung berichtet in der Donnerstagsausgabe des Blattes atemlos von einem “Angriff des Bösen”. Das “Gute” habe aber am Schluss “triumphiert”, jubelt “Bild”, da der Heilige Vater die Veranstaltung habe fortsetzen können.

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Agora Movie Trailer

Do, 11/03/2010 - 4:43pm


Agora

Mi, 10/03/2010 - 8:10pm

Ab morgen im Kino

Agora



Infinite Galaxies: Giordano Bruno’s Heresy

Mi, 10/03/2010 - 10:08am
Smack in the center of the Rome’s fashionable Campo de Fiori is a statue of Giordano Bruno, philosopher. Bruno held that God was present in nature and that the universe and life was infinite. The Catholic Church burned him at the stake, right where his statue is today. “The general opinion is not always the perfect truth…” Giordano Bruno is still quoted. Such remarks produced expensive, bitter consequences: On 17th of February 1600 he publicly was burnt at the stake after eight years of torture and dungeon detention. Today the Piazza Campo dei Fiori where this statue stands has become a monument to free thinking; adjacent to the statue, is the “Fahrenheit 451″ bookstore, named after Ray Bradbury’s 1953 novel expounding freedom of thought.

As the Spanish physicist Beatriz Gato-Rivera wrote, Bruno “claimed that the sun was only one star among the many thousands, and therrefore, like the sun, many other stars also have planets around them and living beings inhabiting them.” Gato-Rivera goes on to note that to “appreciate the genius of Bruno one has to take into account that he lived at a time when more than 99% of the intellectuals believed that the Earth was the center of the Universe, and a few others, like Copernicus and Galileo, believed that it was the Sun, instead, at the center of the Universe, and the stars being some bright heavenly bodies of an unknown nature.

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Anklage ist die schlechteste Verteidigung

Mi, 10/03/2010 - 9:28am

Von Stefan Kuzmany

Selbstdemontage bei “Menschen bei Maischberger”: In der Diskussion um Kindesmissbrauch durch Priester zeigt sich, dass die Verteidiger der katholischen Kirche mit dem Rücken zur Wand stehen. Ihre Argumente: Die anderen sind schuld – oder mindestens genauso schlimm.

Es war Ostern, und wie so oft vorher haben sie mit den anderen Kindern aus der Gemeinde auf dem Dachboden herumgetollt. Aber irgendwann waren die anderen Kinder gegangen und Benedikt Treimer und seine beiden Geschwister brauchten jemanden, der mit ihnen spielt. Die Eltern waren beschäftigt, aber der Kaplan sagte: Klar spiele ich mit Euch. Also kam er mit auf den Dachboden.

“Wen ich erwische, der gehört mir”, sagte der Kaplan, und erwischt hat er dann Benedikt, damals zwölf Jahre alt, und spätestens, als die Hand des Kaplans in seiner Hose war, wusste Benedikt, dass es kein Spiel mehr war. Danach sollten sich dann die beiden Geschwister verstecken, während der Kaplan und Benedikt im Nebenzimmer warteten, und kaum waren Bruder und Schwester außer Sichtweite, umarmte der Kaplan Benedikt von hinten, verlangte, dass er die Hose herunter ziehe, bedrängte ihn.

Daheim erzählte die Schwester alles, zum Glück, denn Benedikt war so geschockt, dass er gar nichts sagen wollte. Immer hatte die Mutter der Kirche vertraut, war selbst engagierte Christin, und jetzt das. Dieser Kaplan war ihr schon vorher aufgefallen: Ihr Vater lag im Sterben, und dieser Mann saß stumm neben ihr, eiskalt, es interessierte ihn nicht. Die Mutter informierte den Stadtpfarrer, der glaubte ihr sofort, das wundert sie noch heute, und am nächsten Tag war der Kaplan verschwunden. Zu einer Anzeige kam es nicht.

Benedikt wollte nicht mehr über den Vorfall sprechen, er wollte ihn vergessen, und der Anwalt sagte: Wenn Ihr vor Gericht geht, wird alles an die Öffentlichkeit gezerrt. Die Familie unterschrieb ein Stillschweigeabkommen mit der Kirche. Benedikt bekam etwas Geld und einen lauwarmen Entschuldigungsbrief des Kaplans. Die Familie forderte, dass dieser Mann nie wieder in der Jugendarbeit eingesetzt werden dürfe, doch die Kirche verweigerte eine Garantie. Und so kam es, dass der pädophile Kaplan wenig später wieder im Auftrag der Kirche mit Kindern zu tun hatte, da missbrauchte er dann einen kleinen Jungen zweiundzwanzig Mal.

“Ich trauere um die Kirche”

Sie macht das gut. Sandra Maischberger hatte sich am Dienstagabend das Thema “Die Priester und der Sex: Verschweigen, verleugnen, vertuschen?” vorgenommen. Und Maischberger lässt zuerst und konsequent die Opfer zu Wort kommen, lässt sie ausreden, ihre Geschichten erzählen, hört zu.

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Rückkehr zur Erde

Mi, 10/03/2010 - 9:21am


Flaschengeister versteigert: Nervige Seelen im Weihwasserbad

Di, 09/03/2010 - 2:31pm

Von Frank Patalong

In Neuseeland kamen bei einer Online-Auktion zwei von einem Exorzisten in Flaschen abgefüllte Seelen unten den Hammer. Der Verkauf von heißer Luft ist auf dem Esoterik-Markt zwar nichts ungewöhnliches – der Preis für die Fläschchen hingegen schon.

Zwei angebliche Flaschengeister sind in Neuseeland für rund 1450 Euro versteigert worden. Wie das Online-Portal TradeMe am Dienstag mitteilte, wurden die beiden Glasfläschchen für 2830 Neuseeländische Dollar von einem Unternehmen ersteigert, das elektronische Hilfsmittel für Raucherentwöhnung anbietet.

Angeboten wurden die kostbaren Seelen-Fläschchen von der Neuseeländerin Avie Woodbury, deren Angaben zufolge ein Exorzist die Geister in ihrem Haus in Christchurch eingefangen und in die Fläschchen gesperrt habe. Einen Geist habe sie erfolgreich als Les Graham identifiziert, einen Mann, der in den zwanziger Jahren in dem Haus gestorben sei. Die andere Seele stamme von einem unbekannten, aber enorm nervigen Mädchen. Ihre Versuche, Grahams Nachfahren zu lokalisieren, seien leider gescheitert, erzählte die Flaschen-Versteigerin einer neuseeländischen Zeitung.

Die Geister waren laut Woodbury nach einem spirituellen Experiment mit einem sogenannten Ouija- oder Hexenbrett in ihrem Haus aufgetaucht. Diese auch “Talking Board” genannten beschrifteten Bretter werden in Geisterbeschwörungen als Schnittstelle für die Übermittlung schriftlicher Mitteilungen aus dem Jenseits genutzt und erfreuen sich unter Spiritisten großer Beliebtheit.

Sie sind allerdings kein sehr traditionsreiches Hilfsmittel für die weltenverbindende Telekommunikation: Patentiert wurde das hölzerne Kommunikationsmittel erst 1891, die Rechte daran hält heute der Spielzeugkonzern Parker (“Monopoly, “Risiko”). Die oft hübsch bemalten Planken kosten rund 45 Euro, wer will, kann natürlich weit mehr zahlen. Wer die Sache ernst nimmt, bildet sich dann noch über “Channeling” weiter, die Kunst der Kontaktpflege mit dem Jenseits. Der Buchmarkt bietet aktuell Hunderte von Titeln, die teilweise auch in andere Formen der Telekommunikation wie beispielsweise Telepathie einführen. Ergänzend dazu gibt es auch ein breites Angebot an Beratungstiteln für Menschen, die nach intensivem Channeling Hilfe brauchen.

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Gott ist böse!

Mo, 08/03/2010 - 1:14pm


The Orion Nebula: A Vast Organic-Molecule ‘Factory’ -Precursor to Life

Mo, 08/03/2010 - 1:04pm

The Herschel Space Observatory using the telescope’s heterodyne instrument for the far infrared has revealed the chemical fingerprints of potentially life-enabling organic molecules in the Orion nebula, a nearby stellar nursery in our Milky Way galaxy known to be one of the most prolific chemical factories in space, although the full extent of its chemistry and the pathways for molecule formation are not well understood.

By sifting through the pattern of spikes in the spectrum, astronomers have identified a few common molecules that are precursors to life-enabling molecules, including water, carbon monoxide, formaldehyde, methanol, dimethyl ether, hydrogen cyanide, sulfur oxide and sulfur dioxide.

Elsewhere, scientists are using the giant Robert C. Byrd Green Bank Telescope (GBT) to prospect in Sagittarius B2(N), a giant molecular cloud near the center of our Galaxy, some 25,000 light-years from Earth for other new, complex molecules in interstellar space that may be precursors to life.

“Clouds like this one are the raw material for new stars and planets. We know that complex chemistry builds prebiotic molecules in such clouds long before the stars and planets are formed. There is a chance that some of these interstellar molecules may find their way to the surface of young planets such as the early Earth, and provide a head start for the chemistry of life. For the first time, we now have the capability to make a very thorough and methodical search to find all the chemicals in the clouds,” said Anthony Remijan, of the National Radio Astronomy Observatory (NRAO).

As molecules rotate and vibrate, they emit radio waves at specific frequencies. Each molecule has a unique pattern of such frequencies, called spectral lines, that constitutes a “fingerprint” identifying that molecule. Laboratory tests can determine the pattern of spectral lines that identifies a specific molecule.

Most past discoveries came from identifying a molecule’s pattern in the laboratory, then searching with a radio telescope for that set of spectral lines in a region of sky. So far, more than 140 different molecules have been found that way in interstellar space.

The new study reverses the process. The astronomers will use the GBT to study a cloud of gas and dust in detail, finding all the spectral lines first, then later trying to match them up to molecular patterns using data-mining software.

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