Wissenschaft und Theologie

Am 03.11.09 hielt Bundespräsident Horst Köhler eine Laudatio auf Bischof Wolfgang Huber, den Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das ist jetzt zwar schon 3 Monate her, ist es aber trotzdem wert, erwähnt zu werden.
Huber ging in Rente und eine Frau, die Bischöfin Margot Käßmann, trat seine Nachfolge an. In solchen Fällen, wenn also einer Ratsvorsitzender, Ministerpräsident oder wenigstens WDR-Intendant gewesen ist und in Rente geht, dann hält der Bundespräsident schon mal eine "Laudatio".
Und nicht selten fragt man sich, warum gerade diese Personen mit einer "Laudatio" geehrt werden mußten.

Aus der Rede von Köhler geht jedenfalls nicht hervor, was an Huber so besonders lobenswert sein könnte. Daß jemand "wie kaum ein anderer die ganz besondere protestantische Art und Weise, die Verantwortung des gläubigen Christen in dieser Welt und in dieser Gesellschaft zu leben" verkörpere, ist nichts als aufgeblasenes Geschwätz, wie es Köhler und andere Politiker bei solchen Anlässen von sich geben. Köhlers nachfolgende "Präzisierung"


...Da ist zunächst die Wissenschaft, der Sie sich gewidmet haben, als Professor in Marburg und Heidelberg. Wissenschaft und Aufklärung sind in der evangelischen Theologie und Kirche nicht als Gegner oder Feinde betrachtet worden, sondern als kritische Gesprächspartner. Das ist gute evangelische Tradition, auf die gerade Sie immer wieder verweisen.

ist eigentlich eher ein Grund, Huber von der Liste der zu Ehrenden zu streichen. Denn Sozialethik bzw. Systematische Theologie, also jene Fächer, die Huber in Marburg und Heidelberg "lehrte", haben mit Wissenschaft nichts zu tun. Genausogut könnte man behaupten, daß das Gebrabbel irgendwelcher Islam-Gelehrter zu gewissen Koran-Versen etwas mit Wissenschaft zu tun hätte und deshalb als Islam-Wissenschaft an der Uni gelehrt werden müsse. Was aber schwerer wiegt: Huber ist keineswegs der ach so moderne, aufgeschlossene und "kritische Gesprächspartner":


Huber ist ein Gegner der Embryonenforschung. In der von ihm geführten Diskussion geht es zum einen um die Bestimmung des Menschen. Für ihn ist das Menschsein nicht abhängig von der biologischen Entwicklung, sondern grundsätzlich gegeben durch die Gottesebenbildlichkeit. Die Gleichsetzung des Menschen mit seiner naturalen Ausstattung ist der eine Weg dazu, die Person als Subjekt der Freiheit verschwinden zu lassen. Den anderen Grund sieht er in dem Fortschrittsglauben der Wissenschaft.

Warum jemand, der einen solchen grausamen Schwachsinn von sich gibt, auch noch vom Bundespräsidenten eine "Laudatio" bekommen muß, ist mir ein Rätsel. Vollkommen klar ist dagegen, daß bei Huber wie bei allen religiösen Menschen die Meinung vorherrscht, der Mensch müsse einfach mehr sein als das, was seine "naturale Ausstattung" sei. "Biologisch" sieht zwar gut aus als Eitkett auf Salat, Kartoffeln oder Gemüse, aber ob der Mensch selbst biologisch ist - daran zweifelt man. Schrecklich die Vorstellung, wenn man selbst "nur" biologisch wäre!

Dem religiösen Menschen, egal welcher Couleur, bieten sich mit der "Gottesebenbildlichkeit" schon mehr Möglichkeiten, sich aufzuplustern. Grundsätzlich möchte man ja doch eher gottähnlich sein. Da steht man dann weit über dem Salat, Spinat und den Schweinen. Und auch wenn man "Wissenschaft und Aufklärung in der evangelischen Theologie und Kirche nicht als Gegner oder Feinde betrachtet hat", so darf doch nicht die Warnung vor dem "Fortschrittsglauben der Wissenschaft" fehlen. Hinterhältig könnte man Huber jetzt fragen, von welcher Wissenschaft er eigentlich redet. Wahrscheinlich ist ihm gar nicht aufgefallen, daß er seine "Theologie" damit automatisch als "Nicht-Wissenschaft" erklärt - aber wer nicht biologisch ist, ist erst recht nicht logisch.

[1] "Die Verantwortung des gläubigen Christen leben" - Laudatio von Bundespräsident Horst Köhler auf Bischof Wolfgang Huber
[2] Johannes Barth: Auch die EKD-Bischöfe stolperten im Heiligen Land
[3] Wikipedia über Wolfgang Huber

Günther Jacob: Spontane Notizen zur Veranstaltung mit Claude Lanzmann am 18.01.2010

Günther Jacob

Spontane Notizen zur Veranstaltung mit Claude Lanzmann, Max Dax, Gremliza und Theweleit im ehemaligen Hamburger NS-Luftschutzbunker ("Uebel & Gefährlich") am 18.01.2010 (19 bis 24 Uhr)

Ich habe es vorgezogen, die Live-Übertragung der Podiumsdiskussion ab 22:30 auf FSK zu hören. Erster Eindruck: sehr unangenehm. Es fehlte von Beginn an jede Empathie. Lanzmann, 84, kommt extra nach Hamburg, wo man seinen Film verhinderte. Und in einer Zeit, da er von deutschen Medien als Fälscher von historischen Tatsachen dargestellt wird. Schon die Begrüßung hätte (wenigstens durch eine Rede Gremlizas) mit einem offensiven Bekenntnis zu Israel und zu Lanzmann beginnen müssen. Es wurde aber die übliche fade Podiumsdiskussionssachlichkeit.

Es hätte zu Beginn eine Zusammenfassung zur Lage geben müssen, zum Anlass des Abends, dazu, dass dies kein Abend von und für Cineasten ist, sondern eine politische Solidaritätsveranstaltung, ein Aufruf zur Mobilisierung gegen den heutigen Antisemitismus und auch gegen die aktuellen Verleumdungen ist. Nicht davon gab es. Niemand wollte es.

Lanzmann hat sich über den riesigen Bunker als Veranstaltungsort (der Hamburger Poplinken) verhalten gewundert. Niemand sagte etwas dazu. Die Mitdiskutanten waren hörbar befangen, sprachen verlangsamt mit Kloß im Hals. Jetzt nur nichts falsch machen! Alle wirkten, als seien sie völlig unvorbereitet zu diesem Abend gegangen. Theweleit hatte, wie er sagte, einen trockenen Mund beim Sprechen. Er schob das auf das Saunaklima der sticken Bunkerhalle. Gremliza, der ganz unbefangen ist, wenn er z.B. FAZ-Dath interviewt, sagte, er möge solche Veranstaltungen nicht, er könne halt besser schreiben als sprechen und habe mit seiner Anwesenheit schon ein ausreichendes Statement abgegeben. Eine unglaubliche Unhöflichkeit gegenüber Lanzmann, der wohl nicht wusste, dass diese Einladung nicht von denen kam, die gegen die B5 demonstriert hatten. Es war sofort klar, dass man auf dem Podium diesen Film nicht verstehen und nicht billigen wollte.

Gegen Lanzmanns Aura wurde angestottert. Gegen seine zionistische Position, die er durch Schilderung seiner Gespräche mit Sartre erläuterte - die Juden sind NICHT das Produkt der Antisemiten, sie sind ein VOLK - wollte man nichts gesagt haben, aber man spürte es noch über den Äther, dass alle am liebsten laut dazwischen gerufen hätten: das "jüdische Volk" ist doch eine Konstruktion! Ist es ja auch, aber - anders als bei den "Wir sind ein Volk"-Deutschen - eine Konstruktion, die einen Grund hat, über den man auf dem Podium nicht sprechen wollte und für den die Anwesenden offensichtlich keine Worte und keine Empathie hatten.

Die ganze Veranstaltung war ein politisches Desaster, und sie war eine unverschämte Zumutung gegenüber Lanzmann, der dann auch nach einer Stunde vorschlug, sie abzubrechen. Er hatte genug. Er hat sofort erkannt, was hier vorging. Zum endgültigen Kippen brachte sie ausgerechnet Hermann Gremliza mit der unglaublichen dummen und reaktionären Frage an Lanzmann, warum in dem Film keine Palästinenser vorkommen. Das war ein politischer Affront gegen Lanzmann und nicht zuletzt auch eine Frechheit gegenüber dem Gast aus Paris. Warum hatte man ihn denn eingeladen, wenn man ihm solche Fragen stellen wollte? Lanzmann konnte zeigen, dass die Palästinenser in dem Film ständig anwesend sind, dass darin ständig darüber gesprochen wird. Und dass es in einer Welt, wo alle über die Palästinenser reden, nicht sein Aufgabe sein kann, beide Seiten "ausgewogen" darzustellen.

Gremlizas einzige Frage war an sein Lesepublikum adressiert. Es war ihm ganz offensichtlich sehr wichtig, ausgerechnet diese Frage an diesem Abend los zu werden. Gremliza sagt dann noch, dass es mehr Antisemiten in der BRD gibt als die B5-Leute, die er als dumme Jungs darstellte und nicht als Ausdruck einer breiten Übereinstimmung in einem nicht kleinen Milieu.

Theweleit, der bereits 2001 über den Symbolwert der Twin Towers als "Doppelphallus" schwadronierte, wurde seiner Rolle gerecht und machte aus der Veranstaltung eine über Filmästhetik, Interviewtechniken und die Rolle des Zeitlosen im Film. Spexler Max Dax hatte ihm diesen Ball zugespielt und verplappert sich dann selbst mit der Behauptung, es gäbe den Filmtitel auch mit Fragezeichen. Theweleit kam schnell zum Vergleich der Lager Sabra und Schatila im Libanon mit dem Warschauer Ghetto. Er verglich nicht selbst, sondern lobte, dass im heutigen Israel selbst solche schwierigen Themen diskutiert werden könnten. Von dort schaffte er den Übergang zum Afghanistankrieg und zum linken Antimilitarismus. Die B5 Leute waren auch für ihn eine kleine Minderheit, die mit der Linken nichts zu tun habe.

Lanzmann, der zwar nicht alle Zwischentöne und Codes verstehen konnte, merkte aber, auf was der Abend hinauslief und sagte, er sei von dem ganzen Thema "Israel und die Palästinenser" genervt. Der Anlass des Abends wurde am Schluss noch einmal kurz erwähnt, aber hörbar als Pflichtübung und ohne Bezug zur heutigen Situation von Israel und den neuen Angriffen auf Lanzmann. Popfritze Max Dax bedankte sich am Schluss fürs Kommen - nicht bei Lanzmann, sondern beim Publikum!

Das ungehobelte Benehmen gegenüber dem Gast war sicher nicht die Folge einer schlechten Erziehung, sondern der Anspannung, die entstanden war, weil man seine wirkliche Meinung nicht frei sagen konnte. Man war froh, dass es vorbei war mit DIESER Zensur.

Elementar-geometrische Flächenberechnung: immer mehr Hausaufgaben und immer weniger qualifizierter Unterricht in der Schule

Hier ein Beispiel für eine typische Hausaufgabe in einer 8.Klasse des Gymnasiums. Es wurden 8 (!) Aufgaben gestellt, in denen Flächen und Teilflächen von Kreisen berechnet werden sollten. Eine der Aufgaben bestand darin, die farbig markierte Fläche in der unten stehenden Zeichnung zu berechnen. Das blau gemalte Quadrat hat die Seitenlänge a.
8 solche Aufgaben, vom Lehrer flüchtig auf ein Blatt DIN-A4 kopiert, dazu noch ein paar Aufgaben aus dem Mathebuch, dann noch Englisch-, Spanisch-Vokabeln, Chemie, Französisch, Bio, das alles an einem einzigen Tag: wozu ist eigentlich der Schulunterricht da? Sind wir Eltern bald alle Lehrer?
Elementar-geometrische Flächenberechnung zweier Footballs, hier eine mögliche Lösung

Margot Käßmann: Hitler hätte man auch ohne Krieg beseitigen können


In einem Interview mit der Berliner Zeitung vom 24.12.2009 erklärt die Ratsvorsitzende der EKD, Margot Käßmann, wie man den "Führer" Adolf Hitler ohne Krieg an der Ausführung seiner Ausrottungspläne hätte hindern können:

Obama hat also Unrecht, wenn er von einem gerechten Krieg spricht?

Für mich kann es keinen gerechten Krieg geben. Ich kann ihn aus christlicher Sicht nicht legitimieren. Um gerechten Frieden geht es mir.

Ist Krieg manchmal nötig, wie Obama behauptet?

Das kann ich nicht sehen. Was ich befürworten könnte, wäre eine Art Polizeigewalt. Da könnte ich mir auch auf einer Weltebene vorstellen, dass die Uno so ausgestattet wird, dass sie diese Polizeigewalt ausüben kann. Krieg sehe ich nicht legitimiert, weil durch ihn am Ende immer die Zivilbevölkerung leidet.

Von diesem Land ist ein schrecklicher Krieg ausgegangen. Wie hätte man dem anders begegnen können, als mit Gewalt?


Das Argument lautet immer: Hätten die Alliierten nicht eingegriffen, hätte es keinen Frieden gegeben. Warum gab es vorher keine Strategien? Warum wurde die Opposition in Deutschland nicht gestärkt? Warum wurden die Gleise, die nach Auschwitz führten, nicht bombardiert? Schließlich heißt es immer: Jetzt müssen wir Waffen einsetzen. Der Preis, der dafür zu zahlen ist, ist enorm hoch.

Appeasement-Politik hat Hitler wenig beeindruckt.


Dennoch: Krieg setzt ein Gewaltpotenzial frei, für das ich keine Rechtfertigung sehe. Krieg hat Unrecht, Zerstörung, Vergewaltigungen im Schlepptau. Krieg zerstört alle, die an ihm beteiligt sind. Ich hatte in jüngster Zeit Soldaten zu Besuch, die mit ihren Erlebnissen nicht fertig werden. Es ist gut, dass es zu diesen Weihnachten ein verstärktes Bewusstsein dafür gibt.


Zu diesem schaurigen Unsinn hat Jan Fleischhauer auf Spiegel-Online einen lesenswerten Kommentar geschrieben:

Käßmanns kleine Geschichtsstunde

Ihre Kritik am Afghanistan-Einsatz sorgte für Aufregung. Dabei wurde fast übersehen, dass die EKD-Vorsitzende Käßmann unlängst auch eine moralische Neubewertung des Zweiten Weltkriegs vornahm. Und die ist fast noch interessanter als ihre Analyse der Lage am Hindukusch.... hier weiterlesen


[1] Jan Fleischhauer in SPIEGEL-Online über Käßmann
[2] Interview der Berliner Zeitung mit Margot Käßmann

Politisch korrekte Blogger


Kaum war die erst 32-jährige Kristina Köhler (Bild links, Quelle: kristina-koehler.de) zur Familienministerin ernannt, da hagelte es schon von allen Seiten Kritik: den einen war sie zu jung und loyal [10], andere störten sich daran, daß die „Extremismus-Expertin“ es gewagt hatte, Henryk Broder als Sachverständigen zur Anhörung über das Thema »Antisemitismus in Deutschland« einzuladen [13], und DGB-Chef Sommer befand ebenso wie Claudia Roth, daß Frau Köhler doch bitte Links- und Rechtsextremismus nicht in einen Topf werfen sollte [13]. Die solchermaßen Abgewatschte hatte aber in den Augen jener, denen auch noch die kleinste Islamkritik gleich schon als "Islamophobie" gilt, noch einen weiteren schlimmen Fehler begangen: Auf ihrer Homepage soll sich ein Link auf das "islamfeindliche" Forum "Politically Incorrect" befunden haben. Und weil "islamfeindlich" hierzulande mit fremdenfeindlich, ausländerfeindlich und rechtsextrem gleichgesetzt wird, stürzten sich sogleich die politisch korrekten Redakteure des SPIEGEL auf dieses gefundene Fressen:

SPIEGEL Heft 1/2010 unter "Personalien":


Kristina Köhler , 32, CDU-Familienministerin, wird auf der Internetseite "Politblogger.net" "ein lockeres Verhältnis zur Wahrheit" bescheinigt. Stein des Anstoßes war ein Link auf Köhlers Homepage, der zum islamfeindlichen Forum "Politically Incorrect" führte. Dietmar Näher, Autor von "Politblogger.net", moniert, der Link habe von Mai 2007 bis mindestens April 2008 und wahrscheinlich sogar bis zu ihrer Ernennung zur Ministerin auf der Seite existiert. In ihrer Antwort teilte die Ministerin ihm mit, der Verweis habe im Mai 2007 lediglich zwei Tage lang versehentlich auf der Seite gestanden. Wie lange genau der Link existiert hat, ist nicht mehr zu ermitteln; aber anhand des Internetarchivs "archive.org" lässt sich nachvollziehen, dass er im April 2008 noch auf der Seite war.
Die Jungkonservative beharrt trotzdem auf ihrer Version. An Näher und dessen Kollegen gewandt schrieb sie: "Ich bitte Sie und alle anderen Blogger, etwas weniger Selbstherrlichkeit an den Tag zu legen und etwas mehr Zeit in die Recherche zu investieren."

Na, da rieben sich die SPIEGEL-Redakteure die Hände, hatten sie's der Newcomerin doch mal so richtig gezeigt. Und dafür hatten sie noch nicht mal selbst recherchieren müssen, sondern einfach nur in ihrem Adreßbuch der politisch korrekten Blogger ein bißchen geblättert. Weder Stefan Niggemeier, nach Shraga Elam der zweitgrößte Recherchierjournalist der freien Welt [19], noch Thomas Immanuel Steinberg, auf dessen Website wir lernen, daß es in Israel einen faschistischen Außenminister gibt, hatten so richtig Zündendes zu bieten. Außer eben Dietmar Näher,
dessen Magen mit Teflon beschichtet sein müsse, um all die schrecklichen Dinge auszuhalten, die tagtäglich auf PI zu lesen sind, so meinten es jedenfalls seine Freunde von der "Islamischen Revolution" [20].

Auf deren Homepage, wo sich martialisch dreinblickende Islamisten mit geschulterter AK47 hinter ihrem "Führer" Chomeini versammeln, werden Leute wie Näher gerne als Zeugen für einen angeblichen Israel-Faschismus gebraucht. Der interessierte Leser erfährt gleich auf der Hauptseite, womit er in den nächsten Jahren rechnen muß:


Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird. Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Einerseits reizt der religiöse Schwachsinn, der sich auf dieser Seite ausbreitet, zum Lachen. Da wird der "Sieg des Islam" beschworen, "Verkürzt die Zeit eures Schlafes und lest öfter im Qur’an" meint der große Führer Chomeini, und "Verrichtet die fünf Ritualgebete zu den vorgeschriebenen Zeiten; verrichtet unbedingt das Nachmitternachtsgebet." Das alles ist aber nur peinlich und zeugt eher von der Dummheit der Verfasser.

Andererseits verbreiten die "islamischen Revolutionäre" auf ihrer Site eine extremistische Welteroberungs-Ideologie, die keinen Platz für Andersgesinnte vorsieht und das Wort Toleranz nur auf sich selbst anwendet. Darüber können wir nicht mehr lachen. Denn da wird zum „Sieg der Islamischen Revolution“ über den Imperialismus des Westens aufgerufen und Christen und Juden als "das Übelste der ganzen Schöpfung" bezeichnet:


‘Wer auch immer eine Religion sucht außerhalb des Islams, wird keine Annahme finden [3:85]‘; ‘Die Ungläubigen aus dem Volke des Buches [d.h. Juden und Christen] und die Polytheisten (diejenigen, die an mehr als einen Gott glauben (Dreifaltigkeit)) sind im Höllenfeuer und werden [dort] bleiben für immer. Sie sind das Übelste der ganzen Schöpfung… [98:6].’

Wollte also der (wie er an anderer Stelle versicherte) gottgläubige Dietmar Näher auf der arabischen Halbinsel eine Kirche aufsuchen, und sei es nur, um für den Niedergang des USIsrael-Imperialismus zu beten, so sollte er daran denken, was seine Freunde vom Islamistenblog "islamicrevolutionservice" dazu meinen:

  • Die Ulama beschlossen, dass das Bauen von häretischen Gotteshäusern, wie Kirchen, auf der Arabischen Halbinsel die schwerste Sünde und das schlimmste aller Verbrechen ist,
  • Die Arabische Halbinsel ist Islams Heiligtum und Basis. Es ist verboten, Ungläubigen zu gestatten, in sie einzudringen oder Bürgerrecht in ihr zu erhalten oder Besitztum zu kaufen, ganz zu schweigen, Kirchen zu bauen für die Verehrer des Kreuzes.
  • Wenn man gestattet oder einwilligt in die Errichtung von häretischen Kultstätten, wie Kirchen, oder wenn man in einem Muslimischen Land einen festen Platz einräumt [für sie für den Gottesdienst] – so ist das die übelste Sorte von Hilfe gegenüber dem Unglauben

Und wer sich daran nicht hält, bekommt am Ende noch eine Tracht Prügel:

‘Wie wird es sein wenn die Engel ihre Seelen schlagen und sie auf ihre Gesichter schlagen und ihre Hintern [Koran 47:27]‘;

Hat sich Dietmar Näher irgendwo von diesem grotesken islamistischen Schwachsinn distanziert oder gefällt es ihm, daß solche Leute sich auf ihn berufen? Es wäre für Teflon-Dieter, der gerne bei der Suche nach Uralt-Links in Web-Archiven stöbert, doch ein leichtes gewesen, herauszufinden, aus welcher Ecke man da heftig für ihn Beifall klatscht. Wahrscheinlich hat er aber gar nichts dagegen, von den waffenstarrenden Freunden der "friedliebenden Religion" in den Arm genommen zu werden, hält er doch jede Kritik am Islam von vornherein erst mal für "überzogen", "hysterisch" und sicher auch irgendwie "rechtsextrem".

Außerdem hat er auch gar keine Zeit, bei seinen Freunden auf den Ayatolla-Seiten nach Zitaten seiner selbst zu suchen, weil er viel zu sehr damit beschäftigt ist, anderen Leuten nachzuweisen, daß sie irgendwann mal einen Link auf ein "islamophobes" Forum auf ihrer Homepage hatten.

Am liebsten wäre ihm natürlich ein Untersuchungsausschuß im Bundestag, mit Hans-Christian Ströbele als Vorsitzendem, in dem dann linke Hinterbänkler dumme Fragen stellen könnten. Zum Beispiel so: wann wußte Kristina Köhler zum ersten mal von diesem Link auf ihrer Seite? Wann hat sie mit ihrem wissenschaftlichen Referenten darüber gesprochen? Wann wurde der Admin der Seite über diesen Link informiert? Wo wurden welche Protokolle über diese Vorgänge angelegt und vor der Öffentlichkeit und den Medien verborgen?

Ja, unser Dietmar ist schon ein tapferer Aufklärer im Dienste der Demokratie.
Deshalb verweist er auch auf seiner Website gerne auf seine Freunde, die abends im Wiesbadener Biergarten von ihren Heldentaten im politischen Widerstand gegen PI berichten. Ihre "Heldentat" bestand z.B. darin, den PI-Leuten eine Wiesbadener PI-Ortsgruppe vorzugaukeln. Und da diese darauf hereinfielen und die Mails von Dietmars Freunden ernst nahmen, mußten die linken Verfassungschützer diese Großtat erst mal ordentlich begießen.

Da Nähers politisch korrekter Blog im Augenblick durch eine Denial-of-Service (DOS)-Attacke lahmgelegt ist, komme ich nicht an die Web-Links seiner Wiebadener Heldenfreunde heran. Sie werden nachgereicht. Aber ob es sich nun wirklich um PI-Hacker oder rechtsextreme Cyber-Agenten handelt, die Nähers Website lahmlegen, ist äußerst zweifelhaft. Denn bei manchem Provider sind DOS-Attacken lediglich vorgeschobene Argumente für die eigenen grausam schlechten Dienstleistungen. Daß es solche Fälle gibt, kann man in den zahllosen Testberichten zu den Dienstleistungen von ISPs nachlesen.

Für jemanden wie Dietmar Näher ist aber die Schlußfolgerung

Schlechte Performance => rechtsextremer Hacker-Angriff

viel verlockender als das Nachlesen von Testberichten. Opfer zu sein hat ja manchmal auch was Beruhigendes, fast noch mehr als beleidigt zu sein. In beiden Fällen kann man um sich schlagen, Zeitungen und Fahnen verbrennen und amtierende Bundesministerinnen mit Rechtsextremen, alten und neuen Nazis in der Politik gleichsetzen.


Anmerkungen und Links

Zitate

Der GRÜNEN-Chef in Hessen Al-Wazir in der ZEIT über die Nominierung von Köhler:


... sagte, man habe an diesem Freitag viel über das politische System gelernt. Ein Sozialminister, der sich in seinem vorherigen Amt schon blamiert hatte, tritt zurück. Eine unterforderte Familienministerin, die nicht Gesundheitsministerin werden durfte, wird Sozialministerin. Und der freie Platz geht an die junge, loyale Blonde, die keine Ahnung von Familienpolitik habe.
  • eine Rechtsaußen-Hardlinerin (latent ja mehr als nur ein bisschen rassistisch)[16]
  • Dass die neue Bundesfamilienministerin Kristina Köhler auch mal auf eher, sagen wir, bräunlich angehauchten Pfaden wandelt, ist ja nichts neues.[16]
  • Islam-Basherin und Broder-Förderin Kristina Köhler [05]
  • Um etwas mehr Licht in die rechtsextreme Hetze von Kristina Köhler zu bringen... [23]
  • Rechtsextremistin Kristina Köhler wird Familienministerin [23]
  • [26], über das Foto links wurde folgender Text geschrieben: Rechtsextremisten, alte und neue Nazis in Politik



Hier noch ein Zitat von Kristina Köhler:


Mit wem würden Sie gerne einmal einen Tag tauschen? Und warum?

Mit Frau Reich-Ranicki. Damit ich mich einen ganzen Tag mit ihrem Mann unterhalten könnte. [18]



Links

[1] Oscar Kaufmann über Kristina Köhler und Henryk Broder
[2] Das Parteibuch-Lexikon über Kristina Köhler
[3] Die Achse des Guten zum Thema "Hausverbot für Kristina Köhler beim DGB?"
[4] Thomas Immanuel Steinberg: Henryk Broder und Kristina Köhler
[5] Thomas Immanuel Steinberg:Ein Tipp für Kristina Köhler, Bundestagsabgeordnete
[6] Diskussion über einen Vortrag von Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher
[7] DBG: Sperre für Kristina Köhler
[8] Was der Katholiken-Kreis in der CDU (AEK) der neuen Ministerin Kristina Köhler ins Stammbuch schreibt
[9] CDU-Politik.de: Jetzt auch gegen Links: Kristina Köhler macht Ernst
[10] Ministerin Köhler:Jung, loyal und keine Ahnung von Familienpolitik
[11] Who's Who über Kristina Köhler
[12] Dietmar Näher vom "politblogger.net" über Kristina Köhler
[13] Ulla Jelpke von der LINKEN über Kristina Köhler
[14] SPIEGEL-Online vom 07.01.2010: DGB-Chef rügt Kristina Köhler
[15] Frage & Antwort zwischen Kristina Köhler und Dietmar Näher
[16] lowestfrequency.wordpress.com
[17] T-Online Porträt Kristina Köhler vom 27.11.2009
[18] hr-online Interview mit Kristina Köhler
[19] Henryk M.Broder über Niggemeier
[20] Islamistenseite über Dietmar Näher
[21] Alle Religionen außer dem Islam sind Häresie
[22] Angeblicher Hinweis auf fortdauernden Link nach PI auf Kristina Köhlers Website
[23] Rechtsextremistin Kristina Köhler wird Familienministerin
[25] Zweifel an Entstehung der Doktorarbeit von Kristina Köhler
[26] Gegenfanatiker's Blog über "PI - das NAZI-Blog"

David Harnasch über die arte-Reportage "Shahida - Allahs Bräute"

Der Freiburger Journalist David Harnasch hat einen Film über "Allahs Bräute im israelischen Gefängnis" bei arte gesehen und auf Cicero-Online besprochen. Einige wirklich beeidnruckende Ausschnitte aus der arte-Reportage werden dort gezeigt. Unbedingt anschauen!

David Harnasch auf Cicero-Online über einen sehenswerten arte-Film

Nacktscanner verletzen die Menschenwürde

Noch vor gut 40 Jahren wurden im Bahnhofskiosk der Paderborner Bischofsstadt gewisse Heftchen nur verdeckt angeboten, weil man als anständiger Katholik dem Bischof nicht unbedingt in die Quere kommen wollte, oder vornehmer ausgedrückt: man wollte ja nicht gegen die Menschenwürde verstoßen. Frauen mit nackten Brüsten, das wußten damals - und heute immer noch - die frommen Menschen im Weserbergland, sollten möglichst nur im Eheschlafzimmer gesehen werden, und dort bitte nur vom angetrauten Ehemann. Besonders fromme Menschen versagten sich selbst diesen Anblick und vollzogen den Geschlechtsverkehr im Schlafanzug resp. "Polter", die für diesen unwürdigen Zweck mit entsprechenden Öffnungen versehen waren.

Nun hat sich seit dieser Zeit eine Menge geändert. Keine Zensurbehörde schreitet mehr ein, wenn im Fernsehen "liebestolle Stuten" unter 0900-er Nummern ihre Dienste anbieten. Kein Mensch stört sich daran, wenn Dieter Bohlen einer Kandidatin seiner "Deutschland sucht das Supertalent"-Show zuruft, er fände als einziges an ihr gut, daß sie "Französisch" könne. Und selbst in Paderborner Buchläden liegt Philip Roths Roman "Das sterbende Tier" zum Verkauf aus, in dem es u.a. um große Brüste und perverse (?) Sexpraktiken zwischen einem alternden Literaturprofessor und einer jungen Studentin geht.

Nur eines hat sich nicht geändert: immer noch ist die "Menschenwürde" die Allzweckwaffe religiöser, linker oder irgendwie "fortschrittlicher" Gutmenschen gegen jeden Eingriff in ihre sog. "Privatsphäre", die inzwischen von allzu vielen Menschen dazu mißbraucht wird, ihre ganz eigene Form von "Menschlichkeit" auszuleben. Alles und jedes kann mit der Menschenwürde begründet werden. Besonders jene unter uns, die es als "unwürdig" empfinden, wenn ihre Tochter einen zu "westlichen" Lebensstil pflegt oder ihre Frau von einem Arzt untersucht werden soll, nutzen die vom Grundgesetz geschützte Menschenwürde weidlich für ihre Zwecke aus. So ist es auch kaum vorstellbar, daß ein Muslim seine Frau von einem Nacktscanner erfassen lässt. Dies wäre schlimmer als wenn sie einem anderen Mann mit Handschlag (ohne Handschuhe) begrüßt hätte, es wäre zu überlegen, ob Steinigung danach zur Wiederherstellung der Würde des Mannes ausreichen könnte.


Das schlimme an der Nacktscanner-Diskussion aber ist, daß sich hier auch aufgeklärte westliche Politiker aufführen, als sei ein gescanntes Nacktbild eines Menschen ein höheres Gut als das Leben desselben. Was nützt mir meine Menschenwürde, wenn ich über dem Atlantik von einem durchgeknallten Religionsfanatiker bedroht werde, nur weil man den nicht scannen wollte, um ihn wegen seiner Religion nicht zu diskriminieren? Genau das behauptete der Landesbeauftragte für Datenschutz von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, gestern Abend in der Tagesschau: man müsse daran denken, daß bei uns Religionsfreiheit herrsche, und in machen Religionen sei das Zeigen des nackten Körpers eben ein Tabu. Daher sei er gegen Nacktscanner.
Wie blöde muß man eigentlich sein, um nicht zu erkennen, wohin eine solche ach so tolerante Einstellung führt? Ist Herrn Weichert nicht bekannt, daß im Islam schon das Zeigen "nackter" Frauenhände gegen die Regeln dieser Irren-Religion verstößt?
Sollen wir in Zukunft Burka-Trägerinnen im Flugzeug neben uns dulden müssen?

Ganz so schlimm wird es sicher nicht werden, gibt es doch nicht nur Idioten in unserer Regierung, sondern auch ein paar vernünftige Menschen. Bei den meisten Medien allerdings ist der Widerstand gegen jegliche verschärfende Sicherheitsmaßnahme ungebrochen - es sei denn, man richtet sie gegen ewiggestrige braune Horden.

So schreibt etwa Kai Biermann, Ressortleiter "Wissen | Digital | Studium" bei ZEIT-Online [1], folgendes:


Zum Ersten: Auch die neuen Terahertzscanner garantieren keineswegs, dass alles erkannt wird, was gefährlich ist. Sie sind bloß ein minimaler Gewinn an Sicherheit, für den einmal mehr eine Schamgrenze geopfert wird.

Wird etwa keine Schamgrenze geopfert, wenn wir uns am Flughafen von Sicherheitsleuten befingern lassen müssen? Was ist das speziell Beschämende, wenn ein Computerprogramm eine Datei nach Verdachtsmomenten durchsucht und ein Ergebnis ausspuckt, wo noch nicht mal ein Mensch draufgesehen hat? Selbst wenn Beamte dann ein solches gescanntes Bild sich ansehen: sind dann auch sämtliche Ärzte, Arzthelfer und Krankenschwestern sexhungrige Spanner, wenn sie sich Röntgenbilder anschauen? Oder ist die Aufgabe der Sicherheitsleute in den Augen mancher Zeitgenossen moralisch weniger wert als das, was Mediziner machen?


Dabei werden diese Datensammellisten gezielt mit dem Zweck eingeführt, ein Verhaltensprofil jedes Passagiers zu erstellen, ihn also durchschauen zu können.

Ja das ist ja furchtbar. Wir sollen "durchschaut" werden! Es geht also gar nicht um ans Bein geschnallte Sprengstoffpakete oder verschluckte Zeitbomben, nein, erklärtes Ziel der bösen Politiker "da oben" ist, daß wir alle wie Roboter gesteuert werden sollen, vollkommen durchschaubar. Da kann man nur sagen: ZEIT-Ressortleiter Biermann zählt zu den zahlreichen Journalisten dieser Tage, die maßlos übertreiben. Aber mit dieser Masche spricht man auch viele Leser an, die sowieso vermuten, daß "die da oben" und der Staat als solcher uns rechtschaffenen, fleißigen Bürgern alles wegnehmen will, was uns gehört, insbesondere unsere Freiheit, mit unseren Mitmenschen machen zu können was wir wollen.

Vor diesem Hintergrund ist eigentlich die ganze Bundeswehr nicht mehr zu rechtfertigen. Was brauchen wir Tausende von Panzern, Jagdflugzeugen, Artillerie, wenn auch die doch "keineswegs garantieren", daß sich keine Teroristen einschleichen und Bomben legen? Wie dürfen wir uns eigentlich überhaupt noch vorbeugend verteidigen? Ist nicht der Blick eines Sicherheitsbeamten in das Gesicht einer Muslima schon eine Diskriminierung derselben? Welche Sicherheitskontrolle an den Flughäfen verletzt denn nicht die Menschenwürde, diskriminiert nicht irgendeine Bevölkerungsgruppe?


Der angesehene Sicherheitsexperte Bruce Schneier – der längst nicht der Einzige mit dieser Haltung ist – glaubt nicht daran. "Nur zwei Dinge haben das Fliegen (seit 9/11) wirklich sicherer gemacht: verstärkte Cockpittüren und die Tatsache, dass Passagiere inzwischen wissen, dass sie sich gegen Hijacker wehren können."

Zivilcourage also. Mit technischen Überwachungsinstrumenten aber wird die nicht unbedingt gefördert.

Aha. So einfach ist das also. Bürger, helft euch selbst! Justiz und Sicherheitsorgane dürfen nur dann helfen, wenn sie nackt daherkommen, bar jeder Technik. Und während der Selbstmordbomber in aller Ruhe seinen Sprengstoff in der Passagierkabine zündet, sitzen die Piloten hinter "verstärkten Cockpittüren" und erzählen sich Witze. Wer einen solchen Unsinn wie der (von wem auch immer) "angesehene Sicherheitsexperte Bruce Schneier" erzählt, sollte lieber Würstchenverkäufer oder Müllsortierer im dualen System werden, da richtet er weniger Unheil mit seinem Gerede an.

[1] ZEIT-Online: Nacktscanner
Wir sind doch längst nackt

Warum kein vernünftiger Mensch den Koran komplett lesen kann

Zitat zum Koran von Thomas Carlyle:


«Ich muss sagen, es ist die mühseligste Lektüre, mit der ich mich je beschäftigt habe. Ein ermüdender Wirrwarr, plump und ungehobelt; endlose Wiederholungen, Langatmigkeit und Chaos … kurz gesagt, unerträgliche Dummheit! Nichts außer Pflichtgefühl könnte einen Europäer dazu bewegen, den Koran durchzulesen!»

Hellseher und Homöopathen verzichten auf Gewinne

Über die Leiden der Hellseher schreibt Werner Bartens in der Süddeutschen Zeitung:


Ärzten wird oft unterstellt, dass sie eindimensionale Einser-Abiturienten sind. Ein schlechtes Abitur macht aber noch keinen guten Arzt aus. Für Heilpraktiker und Heiler scheint hingegen ein abgebrochenes Studium oder die verkrachte Schullaufbahn (Auflehnung gegen Autoritäten!) ein Gütesiegel zu sein. Ein Unfall, ein Partner, der Reißaus genommen hat - das wird später oft zum wichtigen Wendepunkt verklärt - experimentelle Erfahrung mit halluzinogenen Pflanzenextrakten und Rechtschreibschwäche werden als weitere Risikofaktoren für die Entwicklung zum Heiler oder Heilpraktiker diskutiert.

........
Man fragt sich, warum Hellseher nie Lottogewinne abräumen - und warum Homöopathen noch nicht die eine Million Dollar kassiert haben, die als Preissumme auf den Wirkungsnachweis ausgeschrieben sind.Vermutlich ist Hellsichtigkeit mit Sehschwäche für Zahlen kombiniert, und die Kügelchendreher sind noch mit der Suche nach der unverdünnbaren Verdünnung beschäftigt.

[1] Medizin und Wahnsinn (109) Leiden der Hellseher, von Werner Bartens,SZ vom 19.12.2009
[2] Eso Blog

Jack Bauer verhört den Weihnachtsmann

Islamistische Haßparolen an den Toilettenwänden der Bonner Uni

Wer im Zentralgebäude der Bonner Universität die Herrentoilette betritt, kann dort in der einzigen nicht verschlossenen Klozelle (es gibt insgesamt 4) die künstlerisch hochwertigen Beiträge unserer friedliebenden muslimischen Mitbürger an den Wänden bewundern. Besonders zur Weihnachtszeit erfreut uns dieses Zeugnis von vorbildlicher Toleranz und Respekt gegenüber Deutschen und Christen:

  • Sharia now!
  • BRD wird Westtürkei!
  • Kirchen zu Moscheen, verdrängt die Deutschen!
  • Christen sind doof!
  • Übernehmt das Land!
  • Tötet alle Schweine!
  • Verdrängt alle Deutschen, erobert Europa!
  • Cem Özdemir zum Kanzler wählen! Würüm?
  • Deutschland den Muslimen!
  • Deutsche sind alle Nazis!
  • Tötet alle Schweine!
  • Christenschweine
  • Scharia here!
  • Wir werden die Mehrheit hier





Linke Stadtneurotiker


Wer glaubt, daß 68er-Linke nur noch in den Kneipen der Toskana anzutreffen sind, irrt gewaltig: in der Schwarzwald- und Esoterik-Hauptstadt Freiburg z.B. gibt es sie noch massenweise, die "Anti-Imps", die "Anti-iDs", die "autonomen Antifaschisten", die "antifaschistische Linke" oder auch - kaum auszusprechen - die "Antispeziesistische Aktion Freiburg". Natürlich gibt es sie im gesamten Bundesgebiet, die "Antis", aber in Freiburg, der Geburtsstadt der Anti-Atom-Bewegung, haben sie die Stadt fest im Griff: immerhin 25 von 48 Sitzen des Gemeinderats sind dem Spektrum "grün-alternativ-links" zuzuordnen.

Und was machen diese vielen Antifaschist_Innen, Kämpfer_Innen und sonstigen eigebildeten Gutmenschen_Innen am Jahresende? Man feiert, wie andere Menschen auch. Aber nicht einfach so in irgendeiner Kneipe, wo man möglicherweise auf neokonservative, neoliberale oder neofaschistische Menschen treffen würde, nein, es muß schon mindestens ein Cafe einer „selbst­or­ga­ni­sier­ten, unab­hän­gi­gen Sied­lungsinitia­ti­ve“ sein, und da bietet sich das SUSI-​Café [4] als Antifa-Kneipe an.

Als sich dort am 16.Dezember die tapferen Kämpfer_Innen trafen, die seit Jahren gegen unsere faschistische Polizei und den kapitalistischen Unterdrückerstaat im Widerstand tätig sind, da machte man das, was auch die "alten Kameraden von der Wehrmacht", die "ewig Gestrigen" oder die ordensübersääten ehemaligen Politbüro- und Stasimitarbeiter tun: in "zu­sam­men­ge­stü­ckel­ten Trash­vide­os mit dem Bes­ten aus 20 Jah­ren Stra­ßen­kampf" bestaunte man die eigenen Heldentaten aus vergangenen Zeiten, um dann zum Höhepunkt des Abends zu kommen:


Ein Hö­he­punkt wird mit Si­cher­heit das Jah­res­end­zeit­quiz der An­ti­fa­schis­ti­schen Lin­ken sein, das so­wohl Jung­re­vo­luz­zern als auch alten Kämp­fe­rin­nen und Kämp­fern der Be­we­gung die Schweiß­per­len auf die Stirn trei­ben wird.

Schon anstrengend, so ein Kämpfer_Innenleben. Allerdings: was soll dieses frauenfeindliche "Jung­re­vo­luz­zer"? Schließlich gibt es doch auch Revoluzzerinnen, oder? Das wird man auf der nächsten Antifa-Kneipe im Januar noch mal thematisieren müssen!

Vielleicht ist dann aber das SUSI-​Café von einer anderen "selbstorganisierten, unabhängigen Initiative" mit Beschlag belegt: der Antispeziesistischen Aktion Freiburg[1] . Man muß es dreimal lesen, um es zu glauben, wogegen sich diese "Aktion" richtet: die Aktivisten/Aktivistinnen dieser Aktion jammern darüber, daß

Tieren auf Grund ihrer „Spezieszugehörigkeit“ eine Minderwertigkeit zugesprochen und so die Ausbeutung an ihnen nicht mal als solche wahrgenommen wird. Sie werden zu Objekten gemacht, und tierische Produkte werden zu Nahrungsmitteln oder Kleidung.

Wie schlimm! Was kann man machen? Wie legen die mutigen Antispeziesisten/Antispeziesistinnen den bösen Metzgern, Fleischkonsumenten und Schuhfabrikanten das Werk? Nun, das ist nicht ganz einfach, aber man kann ja schon mal mit einem offenen Treffen jeden 1. Mittwoch in Susi's Cafe beginnen. Gearbeitet wird in dezentralen Kleingruppen. Ob Theorie, Recherche Arbeit, Infostand, Straßentheater, Burgerbraten oder Direkte Aktionen.

Irgendwas wird dabei schon rauskommen, und wenns nur eine Spontandemo einer "Kleingruppe" von 3 Aktivist_Innen am Würstchenstand vorm Freiburger Münster ist. Danach kann man ja die Ergebnisse der Demo beim nächsten Mittwochstreff "analysieren", ev. Störer und Abweichler zur öffentlichen Selbstkritik auffordern und bei Bedarf "dezentrale Ortsgruppen" in anderen Stadtteilen oder einfach eine völlig neue Gruppe gründen. Und wem das alles nicht paßt, der kann dann noch zur rätekommunistisch-anarchistischen Gruppe "La Banda Vaga"[5] übertreten, um den Bezug zum "gesellschaftlichen Gesamtkontext" (oder war es der gesamt-gesellschaftliche Konsens? Oder der soziale Gesellschaftskontext? oder der gesellschaftliche Sozialkontext?) nicht zu verlieren. Möglichkeiten gibts genug, in Freiburg, der Stadt der Neurotiker und abgedrehten Linksgruppen.


Anmerkungen und Links:

Ein paar Beispiele aus dem Sprachrepertoire der Freiburger Stadtneurotiker:

  • Wir hatten kurzfristig geplant, das LKW in Tübingen stattfinden zu lassen...[1]
  • Soli-Sprayen für Hannover:...Die Besetzung wurde am 12.08.2009 geräumt, wodurch ein selbstorganisierter Freiraum zerstört wurde und sich wieder einmal gezeigt hat, dass das einzige Gegenargument eines Staates blinde Gewalt ist und immer sein wird.[2]
  • Da die Israel-Fetischisten aber solch massive Probleme haben, eine ganze Busfahrt über den selben Sauerstoff zu atmen, machen sie jetzt überteuerte Kleinbusse.[3]
  • Ich sehe immer noch dringensten Klärungsbedarf ob das Phänomen der sog. "Antispezisistischen Aktion" nicht aus der rechten Ecke kommt ( siehe z.B. völkische/esoterische Freaks und die neue Rechte mit den sog. "Autonomen NationalistInnen" und ihre "AG Tierrechte"), ob es überhaupt einen linken Begriff von Anti-"Speziesismus" geben kann/gibt (ist der Begriff bereits fertig definiert - determiniert - konstruiert?) und was damit tatsächlich antiemanzipatorisch an linken-linksradikalen-humanistischen (soziologischen) Grundsätzen unterwandert wird, bzw. werden könnte/kann. Bsp.: Rechte Ökologiebewegung, Peter Singer, Euthanasie, Gleichwertigsetzung, Entwertung des/der Menschen, (was ist mit menschlicher Arbeit? Und was ist mit unterschiedlichen (sozialen) Lebensbedingungen überall auf der Welt?).[6]

Links

[1] Antispeziesismus & Tierrechte
[2] Antispeziesismus & Tierrechte, Soli-Sprayen
[3] Freiburg: Antifabus nach Dortmund
[4] Antifakneipe im Susi-Cafe
[5] La Banda Vega
[6] Systemimmanente Diskursanalyse

Deutsche Journalisten kämpfen für Minarette in der Schweiz


Kaum wurde am Sonntag (29.11.2009) das Ergebnis der Schweizer Volksabstimmung über den Bau von Minaretten bekannt, da quollen die deutschen Medien über vor Entsetzen über die "reaktionären Schweizer", diese von "rechtspopulistischen", "rechtskonservativen" oder einfach nur "rechtsextremen" Kräften dominierten Bürger eines Landes, das "nun eine Religion völkerrechtswidrig diskriminiert" [2]. Ob Tagesschau, taz oder FAZ, ob SPIEGEL, WELT oder ZDF, es wurde aus vollen Rohren in Richtung Schweiz geballert, so als wolle man die von den Nazis aufgeschobene Invasion der Schweiz jetzt schnellstens nachholen und den Schweizern zeigen, wer in Europa was zu sagen hat.

Aus der gigantischen Presse- und Medien-Schlammschlacht gegen die "Schweizer Reaktionäre" möchte ich nur zwei Ereignisse besonders hervorheben: zum einen den Artikel des 31-jährigen Schweizer Journalisten und SPIEGEL-Redakteurs (Spiegel Special) Mathieu von Rohr [2], sowie den Auftritt von Claudia Roth in einer Diskussionsrunde bei Phoenix am Abend des 29.11. zum Thema "Religion und Meinungsfreiheit: Schluss mit lustig?".

von Rohr, der Anfang des Jahres in Gaza war [3] , „einem der traurigsten Orte der Welt”, von wo er im Stile von Ulrike Putz in höchstem Maße "authentisch" berichtete, mit anderen Worten "pragmatischen" Hamas-Mitgliedern die Hände schüttelte und die Israelis ausschliesslich als unmenschliche, gnadenlose Militaristen darstellte, dieser von Rohr also sah sich nun in seinem Heimatland Schweiz einem ähnlich gnadenlosen, reaktionären Feind gegenüber:


Das Land, das sich gerne als neutrale Hüterin der Menschenrechte sieht, das Land, in dem das Rote Kreuz gegründet wurde und die Genfer Konvention beschlossen wurde - dieses vermeintliche demokratische Musterland missachtet das Menschenrecht der freien Religionsausübung und diskriminiert eine einzelne Religionsgruppe, die Muslime.

Zunächst einmal sollte man festhalten: auch wenn in den meisten Verfassungen das Recht auf freie Religionsausübung verankert ist, so schließt das keineswegs das Recht auf Ausübung einer als Religion getarnten menschenverachtenden politischen Ideologie ein. Nur weil jemand an irgendeinen Gott "glaubt" und ansonsten aber seine Frau(en) schlägt, sie zwangsverheiratet oder

ihre Genitalien verstümmelt, darf er noch lange nicht in einer Moschee, einem Gotteshaus oder meinetwegen auch einer Bretterbude in einem Hinterhof dieses sein Verhalten zusammen mit anderen Vertretern seiner "Religion" von Gott (welchem auch immer) absegnen lassen.

Zweitens kann, wenn man den Islam als Religion anerkennt, jeder Schweizer nach wie vor diese Religion ausüben. Oder steht etwa nun in der Verfassung des Alpenlandes, daß der Islam als Religion verboten wäre? Mitnichten. Jeder Schweizer kann, sofern er es für nötig hält, ohne Probleme zum Muslim werden und sich diesen ganzen Schwachsinn aus dem Koran als "heilige Wahrheit" aneignen. Sollte er aus dem Verein allerdings wieder austreten wollen, so kann er von Glück reden, in der Schweiz zu leben und nicht in Kabul, wo man Religionskonvertiten gerne mal zum Tode verurteilt. Wer also aus dem Verbot des Baues von Minaretten auf eine "religiöse Diskriminierung" schließt, der ist ein Opfer des Beleidigungsdogmas in der islamischen Welt geworden, demzufolge schon der Anblick einer unverschleierten Frau für einen Muslim eine Beleidigung seiner religiösen Gefühle ist. Das Verbot des Kopftuchs für Lehrerinnen in einigen Bundesländern ist ja schließlich auch keine Mißachtung des Menschenrechts auf freie Religionsausübung. Oder etwa doch? Für Claudia Roth ganz sicher!

Doch von Rohr behauptet nicht nur, daß es jetzt in der Schweiz mit der freien Religionsausübung vorbei ist, sondern er ist auch der Meinung, daß bis zum 30.11. die Schweizer Welt noch in Ordnung war:


... Denn das Land hatte bisher trotz eines Ausländeranteils von rund 22 Prozent relativ wenige Probleme mit der Integration seiner rund 400.000 Muslime. Die meisten von ihnen sind wenig orthodoxe Bosnier, Kosovo-Albaner und Türken, ihre gut 160 Moscheen sind praktisch unsichtbar.

Soso. Die 9/11-Attentäter waren vor ihrem Abflug zu den 72 Jungfrauen auch "praktisch unsichtbar", und zwar genau deswegen, weil man den Muslimen in ihren Moscheen nicht genügend auf die Finger geschaut hat. Erst nach 9/11 gab es plötzlich Forderungen, die Predigten der Imame zu überwachen, Deutsch als Predigtsprache zu fordern und den Terrorismus fördernde "Erziehungsmaßnahmen" im Umfeld der Moscheen zu unterbinden. Je "unsichtbarer" Menschen in unserer Gesellschaft sind, denen alles zuzutrauen ist, vom Abstechen der eigenen Schwester bis zum Sprengstoffanschlag auf Vorortzüge, desto gefährlicher wird es für uns alle. Nur nicht für Mathieu von Rohr und seine Kollegen aus der Hochkultur des deutschen Journalismus, die selbstredend alle in renovierten Altstadtvillen im Süden ihrer Städte fern von den Brennpunkten der Konflikte mit den Islamisten leben. Da gibt man sich tolerant und überlässt es anderen, sich mit der Gewalt in den Schulen oder auf der Straße auseinanderzusetzen, in Stadtbezirken, in denen Migranten aus der Türkei und arabischen Ländern den Ton angeben.

So ist Mathieu von Rohr einer der vielen etablierten Journalisten, die fernab des Geschehens ihren Zeigefinger erheben und Toleranz predigen, solange sie nicht selbst von der "Religion des Friedens" bedroht werden. So wie seinerzeit CSU-Wähler, die erst dann auf die Straße gingen, als Wackersdorf direkt vor ihrer Haustür gebaut werden sollte.

Mit dieser besonderen politischen Kurzsichtigkeit ist von Rohr nicht alleine: auch Claudia Roth, die Bundesbetroffenheitsnudel, ist beim Thema Islam regelmäßig so betroffen, daß ihr die Augen fast aus dem Kopf fallen. So sagte diese noch am Abend des 29.11., vielleicht in Unkenntnis des Ausgangs der Abstimmung in der Schweiz:


Wenn Sie Untersuchungen sich anschauen, daß Frauen - oder junge Frauen - die sich entschieden haben, ein Kopftuch zu tragen, und zwar selbstbewußt entschieden haben, nicht Druck von irgendjemand, vom Vater oder sonstwas, daß die unglaublich viel Schwierigkeiten haben, in unserer Gesellschaft 'ne Ausbildungsstätte zu bekommen oder 'ne Arbeit zu bekommen.

Abgesehen davon, daß für die Zuschauer der Sendung das Gestottere der Bundesvorsitzenden der Partei "Bündnis 90/Die Grünen" den Eindruck festigte, daß sie von der Betroffenheit inzwischen zur Besoffenheit gewechselt war, muß man sich auch fragen, von welchen "Untersuchungen" Frau Roth eigentlich spricht. Nehmen wir mal an, es gebe eine solche "Untersuchung". Was, wen und wie hat man untersucht? Ich frage mich, wie die Durchführenden herausbekommen haben, ob die von ihnen Befragten "sich selbstbewußt entschieden" haben, ein Kopftuch zu tragen? Wer hat den Einfluß "vom Vater oder sonstwas" für den Zeitpunkt der Untersuchung ausgeschaltet? Roth hat einfach keine Ahnung und möchte gerne, daß ihre Behauptungen "wissenschaftlich abgesichert" erscheinen. Leider könnte sie nicht eine einzige "Untersuchung" nennen, die ihren Unsinn belegt. Aber es macht sich immer gut, in einer Talkshow als Bundesbesoffenheitsnudel den Anschein der überlegenen Wissenschaftlichkeit zu erwecken....


Mich kann niemand zwingen, 'nen Kopftuch aufzuziehen, niemand. Das wird niemand schaffen.
Ähm...aber ich will auch nicht jemand...von jemandem verlangen, weil ichs besser weiß, daß sie dann das Kopftuch runternehmen muß. Und da mein ich, da ist der Islam in unserer Gesellschaft nicht gleichberechtigt angekommen...

Es hätte nur noch gefehlt: "auf gleicher Augenhöhe". Warum sollte der "Islam in unserer Gesellschaft gleichberechtigt ankommen" ? Warum sollte er überhaupt ankommen?


Oder: Wenn in Köln oder in München gläubige Muslime um ein Gotteshaus kämpfen müssen und sich beschimpfen lassen müssen...

Ja, das ist schon eine Katastrophe. Die armen gläubigen Muslime kämpfen um ihre Gotteshäuser, natürlich nur mit Flugblättern und Luftballons, während die rechtsextremen deutschen Bürger in Köln oder München sich in den Moscheen mit umgeschnallten Sprengstoffgürteln in die Luft jagen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Ungerecht, allemal.

Das meinte denn auch die Bischöfin Käßmann, als sie ein wenig auf Ausgewogenheit pochte:

Käßmann:Wir sind eine Land mit Religionsfreiheit. Aber genau so erwarte ich von Muslimen, in Pakistan, in Indonesien...

Roth: Ja natürlich!!!

Käßmann: Ich denke das ist Teil des Dialogs, wo die freie Gesellschaft ihre Freiheit auch verteidigen muß. Ich verteidige, daß Frauen natürlich ein Recht haben, das Kopftuch zu tragen, wenn sie das denn wollen, aber in dem Dialog, in dem wir sind, müssen wir auch sagen, ich möchte dann auch ohne Kopftuch in andere Länder reisen können. Das werden Sie nämlich nicht können, Sie werden in bestimmte Länder nicht ohne Kopftuch reisen können...

Roth (protestierend): Aber Moment! Moment, Frau Dr. Käßmann....nee aber.. also mit Verlaub...ich setze nicht die Maßstäbe einer demokratischen Bundesrepublik Deutschland, die für mich nicht verhandelbar sind, da gibt es Religionsfreiheit, da gibt es Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, da gibts überhaupt kein Vertun, da kann keine Religion sagen: ja, Genitalverstümmelung, ist bei uns aber, gehört dazu.... gehört nicht dazu, weils die Verletzung der Würde der Frau ist.
Aber Frau Käßmann, ich vergleiche doch nicht MEINE Gesellschaft mit unserer Demokratie, (rudert mit den Armen) mit der Situation im Iran oder in Saudi-Arabien...
Also was ich in Saudi-Arabien falsch finde, unerträglich finde... da sag ich doch nicht: wenn das so ist, dann kann man da bei uns relativ anders mit umgehen.. also ich find den Vergleich einfach nicht richtig...

So ist das eben, wenn man ständig besoffen oder betroffen ist: mit dem logischen Schließen ist es dann vorbei. In nüchternem Zustand hätte die Antwort lauten müssen:


Wenn ich die Zustände in Saudi-Arabien so unerträglich finde, im Gegensatz zu den unseren, dann wäre es gut, sie in Saudi-Arabien zu ändern. Kein Handabhacken mehr, keine Steinigung, keine Schleier und Burkas, und ich, die Claudia Roth, darf sogar ohne Kopftuch aus dem Flugzeug in Er-Riad steigen und mich mit meinen Freunden von der Grünen Islam-Partei treffen.

Wär das was? Nein. Warum nicht? Weil Claudia Roth dann nichts mehr zum Jammern hätte.

[1] Tagesschau am 29.11.2009
[2] Der SPIEGEL:Die Schweiz wählt die Islam-Angst
[3] Mathieu von Rohr über den Gaza-Krieg
[4] Koran auf Deutsch

Islamisten auf grünen Wegen

Bei den Grünen in Köln wird dieser Tage deutlich, was Bilkay Öney, die ex-grüne und jetzige SPD-Abgeordnete im Berliner Landesparlament, schon immer kommen sah: die Unterwanderung der Öko-Partei durch islamische Fundamentalisten.

Ciler Firtina, eine junge Journalistin aus dem grünen Kreisverband Köln, macht dagegen Front. Dafür wird die Alevitin - trotz bester Referenzen, etwa des Kölner Flüchtlingsrats ("Der nächste Landtag in NRW braucht Menschen wie Ciler Firtina") - bei der Listenplatzvergabe für die kommende NRW-Wahl mit der Verbannung auf einen aussichtslosen Platz bestraft: “Wegen meiner Positionierung gegen Milli Görüs bin ich bei der Votenvergabe in Köln hinten rausgefallen”, schreibt Firtina am 25. November in ihrem Blog (Ciler Firtinas Blog ). Die eigene Kreisverbandsmehrheit hatte ihr die Gefolgschaft versagt.

“Milli Görüs ist sicher bei vielen Grünen Kreisverbänden ein heikles Thema, das keiner anspricht. Aus Angst, als islamfeindlich zu gelten” (Firtina).

Allerdings dürfte der natürliche Überlebensinstinkt jeder Partei auch bei den Grünen spätestens dann wach werden, wenn deren offene Flanke gegenüber einer vom Verfassungsschutz beobachteten islamistischen Organisation von der Konkurrenz zum eigenen Vorteil erkannt und beim VS womöglich über die Beobachtung der Grünen nachgedacht wird.

Um weitere Schäden zu vermeiden hat der Vorstand der Kölner Partei dieser Tage erfolgreich einen Vorstoß der Milli-Görüs-Fundamentalisten abgeschmettert, auf grünem Ticket in den Kölner Integrationsrat einzurücken. Führend bei der Abwehr: das örtliche Vorstandsmitglied Ciler Firtina: (Kölner Stadtanzeiger)

Bei der bevorstehenden Landesdelegiertenkonferenz der Grünen am 28. und 29.11. in Hamm wird sich zeigen, wovor sich die grüne Basis in ihren Reihen mehr ängstigt: vor dem Wirken einer säkularen Muslima - oder vor den immer machtbewussteren Umtrieben von Islamisten.

Arme Geier


Wenn es um Windenergie geht, sind die Autoren der Achse des Guten meist einer Meinung: "Kahlschlag für den Klimaschutz" titelt etwa Michael Miersch [4], von einer "destruktiven Windenergie-Sekte" oder vom "neuen Run auf die Windkraft-Kohle" spricht Wolfgang Röhl [3], und selbst der von ihnen sonst so herablassend belächelte Tierschutz wird als Argument herangezogen, wenn es darum geht, Windräder als Landschafts- und Umweltkiller anzuprangern [1].

Daß der Run auf erneuerbare Energien etwas mit der allgemeinen Ökohysterie zu tun hat, daß es hier um Geld, um viel Geld, vorzugsweise Steuergeld der Bürger geht, ist gar nicht abzustreiten. Aber soll man es den "Abzockern aus allen Sparten der windigen Industrie" [3] übelnehmen, wenn sie den Behörden die Stuben einrennen? Welcher Industriezweig würde das nicht machen, wenn ihm Subventionen in Milliardenhöhe winken? Wer wie die Achse des Guten auf seiner Website für seine schrecklich unterbezahlten Autoren in peinlicher Weise um Spenden bettelt, Autoren, die samt und sonders bei Verlagen, Zeitungen und anderen Medien gut bezahlte Jobs haben und besonders häufig ihren Blog dazu benutzen, um von ihren Auslandsreisen zu berichten, der würde genauso den Behörden die Bude einrennen, wenn es plötzlich Subventionen in Millionenhöhe für politisch inkorrekte Berichterstattung gäbe. Wie viele "Achsen" könnten da mit der Hauptachse verbunden werden!

Nein, der "windigen" Industrie ist nichts vorzuwerfen. Auch keine Verschwörung zum Landraub, zur planmäßigen Vernichtung von Geiern und Tauben oder zur Untergrabung des Naturschutzes. Noch weniger zur persönlichen Bereicherung durch Insiderkäufe an der Börse. Aber egal, wie man zu erneuerbaren Energien selbst steht, welchen Sinn man in der öffentlichen Förderung von Solareneergie und Windkraftanlagen sieht: wir sollten doch dem doktrinären und unfairen Gehabe, mit dem Teile der GRÜNEN, der LINKEN sowieso und besonders der radikalen Tierschützer jede rationale und naturwissenschaftlich begründete Diskussion bekämpfen, nicht mit ebensolchen irrationalen Argumenten entgegentreten.

Leider wird genau das gemacht, wenn man Filme wie diesen hier [2] bei Youtube als Beweise dafür empfiehlt, daß Windräder die Umwelt nicht schützen und daher auch nichts auf Kretas Bergen zu suchen haben. Es ist schade, daß jemand wie Michael Miersch es nötig hat, mit so einem schlechten Filmchen seine Theorie der Umweltschädlichkeit von Windrädern zu unterfüttern. Als im Film der von einem gigantischen Rotorblatt getroffene Geier herabstürzte und am Fuße des Betonsockels traurig mit gebrochenen Flügeln herumhoppelte, hätte nur noch gefehlt, daß nun Michael Moore ins Bild tritt und uns ins Gewissen redet, nie wieder Strom von Windkraftproduzenten zu kaufen. Das war ganz miese Propaganda.

Dabei gibt es genügend Quellen aus verschiedenen (!) Lagern , mit deren Hilfe man sich eine besser begründete Meinung bilden kann als durch solcherlei tendenziöse Meinunsmache. Dazu muß man allerdings bereit sein, die Argumente ALLER in diesem Fall beteiligter anzuhören, also z.B. auch der Windkraftproduzenten selbst.

Wie sagte es Cora Stephan doch dieser Tage auf der Achse des Guten:


Mit der „Atomlobby“ redet man nicht. Da könnte man sich auch gleich zur Teilnahme an einer Sitzung des Ku-Klux-Klan bekennen.

Insofern scheinen auch Miersch und Röhl Angst davor zu haben, nach einem Gesrpäch mit der "Windkraftlobby" als Mitglieder des Ku-Klux-Klan verhaftet zu werden. Dabei hat der Bundesverband Windenergie e.V. in seinem Artikel über "Vogelschutz und Windenergie" [5] zum größten Teil nur externe Gutachter sprechen lassen, und ob deren Aussagen samt und sonders "gesteuert" und "bezahlt" sind, müßte man mir erst mal beweisen. Bis zum Beweis des Gegenteils kann man dieser Quelle und vielen anderen folgendes entnehmen:

  • Der BUND rechnet mit durchschnittlich 0,5 toten Vögeln pro (Wind-)Anlage und Jahr, derzeit also statistisch rund 8.000 jährlich.
  • Jeweils ca. 5 - 10 Millionen Vögel sterben im Straßenverkehr und an Hochspannungsmasten pro Jahr in Deutschland.
  • "Dass Langzeitstudien über den Einfluss von Windrädern auf die Vogelwelt unerlässlich sind, glaubt auch der emeritierte Biologie-Professor Hans-Heiner Bergmann. Vögel können sich laut Bergmann an die menschliche Zivilisation und ihre technischen Errungenschaften mit der Zeit gewöhnen. So lag etwa die Fluchtdistanz von arktischen Wildgänsen gegenüber Bundesstraßen vor zwanzig Jahren noch bei 500 bis 1.000 Metern, während die Wildgänse heute bis auf 100, manchmal sogar 30 Meter an die Straße heranrücken. Auch an Windräder hätten sich einige Schwärme bereits gewöhnt."
  • Schätzungen in den USA gehen für das Jahr 2001 von 10.000 bis 40.000 toten Vögel durch Windkraftanlagen und 60 bis 80 Millionen toten Vögeln durch Fahrzeuge aus [6].

Wie das dann 8 Jahre später aussieht, kann man sich ja so ungefähr denken.
Um Vögel vor dem Aussterben zu retten, wäre es also eher notwendig, den Autoverkehr einzuschränken, aber das ist ein Tabuthema, an das sich natürlich auch niemand von der Achse des Guten heranwagt.
Dafür kann man sich aber wie Wolfgang Röhl mit den "Natur-Touris" solidarisieren, die im " Elbe-Weser-Dreieck" die Wälder in Gefahr sehen:


Da Wälder aus daddelnden Windrädern und ein florierender naturnaher Tourismus zusammen passen wie Rasenmäher und Frösche, steht der Verlierer schon fest. Der Hype um die globale Erwärmung zahlt sich für die Branche aus. Seit über 12 Jahren schickt sie Propagandisten aufs platte Land, um die Akzeptanz der gewaltigen Stahlkolosse zu erhöhen, die jetzt bis zu 150 Meter hoch werden sollen.

Der Vergleich ist wirklich miserabel. Rasenmäher mögen zwar mal Frösche töten, aber daß Touristen, "naturnahe" allenthalben, von "daddelnden Windrädern" niedergemäht wurden, ist mir noch nicht zu Ohr gekommen. Im übrigen ist es überaus fraglich, ob der Anblick von "daddelnden Windrädern" wirklich von allen Bürgern als Belästigung und ästhetische Zumutung empfunden wird. Windräder als "Lanschaftsverschandelung" zu bezeichnen ist das gute Recht eines jeden Bürgers, aber es ist ein rein subjektives Empfinden, das keineswegs für die Mehrheit der Bürger zutreffen muß. Es gibt nachweisbare Kriterien für "Schönheit" in vielen Bereichen des Lebens, aber ob Windräder allgemein in die Landschaft passen oder sie verschandeln ist nirgends nachgewiesen. Auch wenn es befremden mag: es gibt Leute, die Atom-U-Boote, Schlachtschiffe und Industrieanlagen weniger als "Verschandelung" denn als eine ästhetische Bereicherung empfinden, und ob die paar älteren Herren von der Achse des Guten mit ihrer Theorie der "Windkraft-Häßlichkeit" im Einklang mit der Masse der Bevölkerung urteilen, ist nicht erwiesen.

Damit keine Mißverständnisse aufkommen: ich habe nichts gegen Atomenergie. Es wäre schön, wenn unsere Atomkraftwerke längere Zeit laufen würden, wenn wir neue und noch sicherere Atomkraftwerke bauen würden, aber ich habe etwas gegen irrationale Argumente in dieser Energiedebatte. Egal, von wem sie vorgebracht werden: sei es von Naturschutzverbänden, Greenpeace, dem BUND oder von der Atomlobby, der Windkraftlobby oder der Achse des Guten.


[1] Maxeiner und Miersch auf der Achse des Guten
[2] Windmühle verletzt Geier auf Kreta
[3] Wolfgang Röhl: Jugend auf der schiefen Bahn. Der Fall des Schülers Mirko
[4] M.Miersch: Kahlschlag für den Umweltschutz
[5] Vogelschutz und Windenergie
[6] Umweltschützer: Vogeltod durch Windräder unbedeutend
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